Gedenkfeier zum Volkstrauertag in der Wildeshauser Friedhofskapelle

„Welt scheint aus den Fugen“

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Kranzniederlegung: Birko Hasselmann (Vorsitzender Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge), Gilde-Oberst Ernst Frost und Bürgermeister Jens Kuraschinski (von links).

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Es waren nicht nur die Opfer der Kriege und Gewaltherrschaft aus vergangenen Jahren, derer am Sonntag gedacht wurde: Während der zentralen Wildeshauser Gedenkfeier in der Friedhofskapelle erinnerte Bürgermeiser Jens Kuraschinski auch an die schlimmen Anschläge vom Freitag in Paris mit 129 Toten.

„Und wie ich erfahren habe, ist unter den Toten auch ein Deutscher“, betonte der Bürgermeister. „Kriegsgräber sind Wegweiser in den Frieden“. Mit diesem Zitat von Albert Schweitzer eröffnete Kuraschinski seine Ansprache, zu der er auch Oberstleutnant Markus Klebb, letzter Kommandeur des Wildeshauser Luftlandeunterstützungsbataillons 272, begrüßen konnte. Zudem große Abordnungen der Schützengilde der Feuerwehr und der Bundeswehr. Für musikalische Beiträge sorgten eine Gruppe des Musikkorps Wittekind sowie der Männerchor der Liedertafel.

„Der Volkstrauertag erinnert an die dunkelsten Zeiten unserer Geschichte, an die beiden Weltkriege und die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten, an die wahnsinnigen Verluste, an Leid und Grauen, für das es im Grunde keine Worte gibt“, betonte Kuraschinksi. Vor 70 Jahren hätten endlich die Waffen geschwiegen, sei ein barbarisches Regime untergegangen: „Aber was dieses Regime angerichtet hat, die Folgen von Krieg und Gewalt, wirkten lange fort, sind zum Teil noch bis heute spürbar.“

Er erinnerte daran, dass im Zweiten Weltkrieg auch in Wildeshausen viele Menschen gefallen sind: „Darunter Soldaten und Zivilisten, Kameraden der Feuerwehr, der Gilde und anderer Institutionen.“ Noch heute gebe es mehr als eine Million Vermisstenanfragen beim DRK: „Auch in diesem Jahr konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Gefallene identifizieren, sodass die Angehörigen nach mehr als 70 Jahren Gewissheit erhalten haben.“

Während wir in einem freien Land lebten, würden in vielen Ländern die Menschenrechte mit Füßen getreten. „Ja, die Welt scheint aus den Fugen zu sein. Der Bürgerkrieg in Syrien eskaliert immer mehr, und in der Ukraine flackern immer wieder Kampfhandlungen auf“, so Kuraschinski. Weltweit seien 60 Millionen Menschen auf der Flucht, einige davon hätten Zuflucht in Wildeshausen gefunden: „Ich bin sehr froh, dass die Wildeshauser so viel Mitgefühl und Verständnis dafür zeigen.“

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