Gebäude der Diakonie Himmelsthür wurden zu oft umgebaut

Kein Denkmalschutz für Ex-Lungenheilanstalt

Die Gebäude der ehemaligen Lungenheilanstalt lagen schon immer im Wald. Sie sind aber nicht denkmalschutzwürdig. Repro: Panschar
+
Die Gebäude der ehemaligen Lungenheilanstalt lagen schon immer im Wald. Sie sind aber nicht denkmalschutzwürdig. Repro: Panschar

Wildeshausen - Ursprünglich war das Gelände der Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen Domizil einer Lungenheilstätte. Einige Gebäude an der Dr.-Klingenberg-Straße sind auch mehr als 100 Jahre alt. Unter Denkmalschutz gestellt werden sie jedoch auf keinen Fall, so Denkmalpfleger Stefan Effenberger.

„Ich bin über das gesamte Gelände gelaufen und habe mir jedes Haus angesehen“, erklärte der Fachmann. „Das gesamte Ensemble hat Geschichte. Aber die Gebäude wurden immer wieder mal umgebaut, so dass vom ursprünglichen Charakter nur noch Fragmente übrig sind.“

Vor einem Jahr hatte die UWG-Fraktion im Stadtrat angeregt, zu prüfen, ob ein Denkmalschutz besteht. Denn im Rahmen der Umwandlung der Diakonie von großen Einheiten zu kleineren Wohnformen für behinderte Menschen werden immer mehr Gebäude auf dem Zentralgelände geräumt. Vor vier Jahren wohnten noch 400 Menschen mit Unterstützungsbedarf auf dem 40 Hektar großen Areal. Mittlerweile leben dort nur noch 300 Personen, weil woanders diverse Häuser angemietet oder sogar neu gebaut wurden. In zehn Jahren soll der gesamte Komplex aufgelöst sein. Dann steht das Gelände für andere Nutzungsformen zur Verfügung. Bislang gibt es aber noch keine konkreten Pläne, wie der Bereich umgestaltet werden könnte.

Die Denkmalpflege hat die Frage, ob ein Schutz der Häuser denkbar wäre, intensiv beraten. „Der Gesetzgeber verlangt, dass noch große Teile im Original erhalten sein müssen“, so Effenberger. Manches Gebäude habe auch noch historischen Charme. Aber schützenswert sei es deswegen noch lange nicht. Bezirkskonservatorin Wiebke Dreeßen habe sich das Ensemble genau angesehen. Aber auch auf Landesebene sei man sich einig gewesen, bei wichtigeren Projekten denkmalschützerisch tätig zu werden.

Für das „Haus Butjadingen“ wäre ein Schutzantrag ohnehin zu spät gekommen. Das Gebäude wurde im Jahr 2012 dem Erdboden gleich gemacht. Dort ist nun ein Schotterplatz. Auch das „Haus Friesland“ ist unbewohnt. Dort befinden sich jedoch noch die Räume der Wildeshauser Tafel und die Cafeteria der Diakonie. Als nächstes Gebäude dürfte bis Ende 2016 das „Haus Cloppenburg“ geräumt werden. Der Abriss wird jeweils beantragt und genehmigt.

Die Bewohner sind nicht nur in Wildeshausen untergebracht worden. Die Diakonie sucht und baut mittlerweile weit über den Landkreis Oldenburg hinaus Häuser für ihre Kunden.

dr

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Leidenschaft reicht nicht: Fehlstart nach Hummels-Eigentor

Leidenschaft reicht nicht: Fehlstart nach Hummels-Eigentor

Meistgelesene Artikel

Sechs neue Corona-Infektionen in Wildeshausen

Sechs neue Corona-Infektionen in Wildeshausen

Sechs neue Corona-Infektionen in Wildeshausen
Waschsalon für Vierbeiner: „Harte Hunde“ legen sich mächtig ins Zeug

Waschsalon für Vierbeiner: „Harte Hunde“ legen sich mächtig ins Zeug

Waschsalon für Vierbeiner: „Harte Hunde“ legen sich mächtig ins Zeug

Kommentare