Vorsicht: Glosse zu einer Pressemitteilung der AfD

Gartenpflege als Heimatschutz

Garten sprengen ist wichtig – ob man es auch als Heimatschutz betrachten sollte, muss jeder für sich entscheiden.
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Garten sprengen ist wichtig – ob man es auch als Heimatschutz betrachten sollte, muss jeder für sich entscheiden.

"Wildeshausen – Relativ spät im Vergleich zu anderen Parteien meldet sich jetzt auch die Alternative für Deutschland (AfD) durch den Kreistagsfraktionsvorsitzenden Patrick Scheelje im Vorwahlkampf zu Wort. Es geht allerdings nicht um die Kür der Kandidaten für den Stadtrat und den Kreistag, die derzeit allerorten vermeldet wird. Stattdessen landete eine Pressemitteilung mit dem aufrüttelnden Titel „Deutschlands Gärten brauchen uns“ in unserem E-Mail-Postfach.

Die Nachricht ist verbunden mit der Aufforderung im Anschreiben, diese Notiz jetzt endlich mal zu drucken, da unsere Redaktion ansonsten aus dem Verteiler genommen wird.

Wir kommen dieser Aufforderung selbstverständlich – in Auszügen – gerne nach, zumal uns begleitend offeriert wurde, dass sich eine Veröffentlichung positiv auswirken könnte, was den Abschluss eines Abos betrifft...

Unter dem Motto „Umweltschutz ist Heimatschutz“ klärt uns die heimische AfD auf, dass es in den Sommermonaten immer wieder anhaltende Hitzeperioden gibt, „in denen die Sonne tagelang brennt und kein Tropfen Regen vom Himmel fällt“. „Während dieser Trockenzeit benötigt der Garten unsere Hilfe bei der Wasserversorgung, indem wir die Blumen gießen und den Rasen sowie Bäume sprengen“, heißt es in der Mitteilung. „Über die oft heißen Sommermonate (auch in Norddeutschland) bietet es sich an, morgens oder am besten abends bei schon schräg stehender Sonne zu gießen. Dann brennen die Sonnenstrahlen nicht mehr stark, und es ist trotzdem noch genügend Restwärme vorhanden, die die Blätter wieder trocknen lassen.“

Lange und heiße Sommer zeigten immer wieder, wie wertvoll Wasser für Menschen, Tiere und Pflanzen sei, erklärt die AfD und verweist darauf, dass verantwortungsvolle Bürger diese Erkenntnis auch schon ohne die „Fridays-for-Future-Bewegung“ erlangt hätten.

Auf jeden Fall Regen auffangen

Einen weiteren Tipp haben die Deutschland-Gärtner noch parat: „Oft werden die sommerlichen Wärmeperioden ja von Gewittern mit heftigen Regenfällen begleitet. In dieser Zeit der Wasserknappheit ist es daher sinnvoll, die Wassermengen der starken Sommerniederschläge aufzufangen und zur späteren Wasserversorgung im Garten zu nutzen.“

Die Partei weist ausdrücklich darauf hin, dass das nicht „ÖKO“ ist. Es könnte ja vielleicht der Verdacht aufkommen, dass die AfD plötzlich grün wird und den Klimawandel als Tatsache anerkennt. Nein, sie legt Wert darauf, dass schon unsere Vorfahren so gehandelt haben. Ob damit auch Altkanzler Helmut Kohl gemeint ist, der uns für den Osten blühende Landschaften versprochen hat?

Zum Abschluss der Pressemitteilung lesen wir, dass die Tipps der Alternative für Deutschland „einen Gewinn für alle“ bedeuten. „Denn Natur und Heimatschutz gehen uns alle an“, heißt es. Insbesondere aber auch den Landkreis Oldenburg, der bald Ökomodellregion werden solle.

Ach ja, eine Frage bleibt noch unbeantwortet. „Einziger Nachteil der abendlichen Bewässerung sind die lieben, aber auch nützlichen Schnecken“, schreibt uns die AfD. „Diese sind stets ein Indiz für eine gute Flora und Fauna in Ihrem Garten.“ Dumm nur, dass zumindest die Nacktschnecken mit Vorliebe Salat, Kornblumen und Erdbeeren fressen, die ich eigentlich gerne für mich hätte.

Wohin mit diesen lieben, aber in meinen Augen wenig nützlichen Tieren? In Nachbarsgarten zurückbefördern, weil sie in meinem deutschen Garten nichts zu suchen haben? Ich bin unsicher, aber vielleicht erhalte ich ja noch eine Antwort von der AfD in den nächsten Wahlkampfwochen...

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