FDP veranstaltet ersten digitalen Bügerdialog / UZW ein Thema

„Ganz zentrales Projekt für Wildeshausen“

Zu einem digitalen Bürgerdialog hatte die FDP Wildeshausen eingeladen.
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Zu einem digitalen Bürgerdialog hatte die FDP Wildeshausen eingeladen.

Wildeshausen – Was brennt den Wildeshauser Bürgern auf der Seele? Was wünschen sie sich für ihre Stadt – und was nicht? Um das zu erfahren, hatte die FDP Wildeshauser für Dienstagabend zum ersten digitalen Bürgerdialog unter dem Motto „#NEUSTARTWILDESHAUSEN“ eingeladen. Mehr als 25 Interessierte waren mit dabei.

Die fehlenden persönlichen Begegnungen während der Pandemie hätten dazu geführt, dass der Dialog zwischen Politik und Bürgern „etwas ins Stocken kam“, sagte Jan-Henrik Wulf, Mitglied der FDP Wildeshausen und Mitinitiator des digitalen Treffens. Es gebe aktuell ein großes Bedürfnis, „endlich wieder innovative Ideen und Lösungen für unsere Stadt zu diskutieren“.

Anderthalb Stunden nahmen sich die Liberalen Zeit, um sich der Wünsche, Vorschläge, Anregungen und Probleme der Wildeshauser anzunehmen. Während des Bürgerdialogs diskutierten die Teilnehmer in vier Themenfeldern: „Politik, die rechnen kann“, „Beste Chancen durch beste Bildung“, „Lebenswerte Stadt für Alle“ und „Zukunftsfestes Wildeshausen“. Konkrete Probleme und Ideen, die diskutiert wurden, umfassten unter anderem die Bereiche Innenstadtentwicklung, innovative Verkehrskonzepte, Digitalisierung der Verwaltung und Schulen, das UZW (Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen im Alten Feuerwehrhaus an der Hunte), die Begrünung der Innenstadt sowie die Schulsozialarbeit.

Ein Bürger stellte zu Beginn die Frage, ob in der Kreisstadt eine Fußgängerzone sowie eine Einbahnstraßenregelung im gesamten Innenstadtbereich eingerichtet werden könnten. „Die aktuelle Situation finde ich nicht ganz befriedigend“, sagte er.

Ein weiterer Bürger äußerte sich zum Thema Innenstadtentwicklung. „Verkehrskonzepte sind sicherlich die eine Sache, aber wir sollten uns vielleicht auch überlegen, wie wir eine Attraktivität schaffen, um wieder mehr Ladengeschäfte dort anzusiedeln.“ Er wünschte sich „schöne, liebenswerte, kleine Einzelhandelsgeschäfte und nicht irgendwelche Sportwettenläden oder Spielotheken. Sondern wirklich was, von dem die ganze Familie etwas hat.“

Christa Meenken (FDP) sagte: „Wir müssen uns auch auf den Freizeitbereich konzentrieren.“ Aus ihrer Sicht sollte es in der Innenstadt Freizeitangebote und Attraktionen geben, „die Leute anziehen –gerne auch von weiter weg“.

Ein Bürger betonte, dass Zukunft auch E-Mobilität bedeutet. „Man sollte die Autos und die ganzen Abgasproduzenten aus den Innenstädten fernhalten. Ich denke da zum Beispiel an Park and Ride, also dass man außerhalb der Stadt Flächen hat, wo man die Autos abstellen kann und dann mit einem Elektrobus in die Innenstadt kommt. Oder Elektrofahrräder, die außerhalb des Ortes zur Verfügung gestellt werden.“ Er sagte weiter: „Das klingt nach Zukunftsmusik, aber in einigen Städten wird das schon gemacht und es wird auch massiv finanziell unterstützt, auch von der Bundesregierung.“

Nächstes Thema: Ein Bürger fand, dass sich im Bereich Digitalisierung der Stadtverwaltung mehr tun müsse. Er versteht nicht, wieso Bürger Termine bei der Stadt telefonisch vereinbaren müssen. Marko Bahr, Fraktionsvorsitzender im Wildeshauser Stadtrat, berichtete, dass Digitalisierung schon seit Jahren ein Thema sei. „Homeschooling hat gezeigt, wie wir hinterherhinken. Man war nicht mal ansatzweise vorbereitet.“ Aus seiner Sicht hätte das schon vor Jahren erledigt werden müssen. Das Ganze koste aber Geld und die Ausschreibungen kosteten Zeit.

Diskussionsstoff bot das geplante UZW. „Ich weiß nicht, ob die Stadt den richtigen Standort dafür gewählt hat“, äußerte ein Teilnehmer seine Bedenken. Durch den Abriss der Fahrzeughalle entstünden Kosten, „die nicht nottun“. Eine Bürgerin meinte: „ Zur Politik gehört auch dazu, den Mut zu haben, von unsinnigen Projekten Abstand zu nehmen.“ Ein Herr vertrat eine ganz andere Meinung zu dem Thema. „Das UZW ist ein ganz zentrales Projekt für Wildeshausen.“ Er fand, dass das Museum ein zentraler Anlaufpunkt für Touristen werden könnte. „Wir müssen die Kultur in Wildeshausen fördern.“ Ein anderer Einwohner konnte sich wiederum schwer vorstellen, dass „man 15 000 Besucher ins UWZ gelockt kriegt“. Sein Vorredner entgegnete: „15 000 Personen, das sind 40 am Tag. Das ist eine Schulklasse, die das Museum besichtigt. Ich glaube nicht, dass das völlig unrealistisch ist.“ Weiter sagte er: „Es kann ein ähnlich mystischer Ort wie Stonehenge werden.“

Die Liberalen nahmen die Anregungen der Teilnehmer an. Die Ideen, Wünsche und Konzepte aus dem ersten sowie den in den kommenden Wochen geplanten Treffen „werden nun in unser Programm für die Kommunalwahl sowie unsere Arbeit im Stadtrat einfließen“, sagte Wulf.

Nächster Bürgerdialog

Das nächste Treffen ist für Donnerstag, 25. März, ab 19 Uhr geplant. Die Einwahldaten sind online unter www.wildeshausen.freie-demokraten.de einsehbar.

Von Lara Terrasi

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