Wiedersehen: Ehemalige „Fallis“ schwelgen in Erinnerungen

150 DM gab’s in „BAT“, also „bar auf (die) Tatze“

Viel zu erzählen hatten sich Horst Diehn, Josef Riesenbeck, Hans-Dieter Hoeren, Bernd Bodenröder, Dieter Schütte, Georg Jüchter, Hermann Deppe, Eilert Lawerenz, Hermann Börger und Jens Kiel (v.l.)

Wildeshausen - Von Michael Meyer. Sie nannten sich die „Feuerwehr der Bundeswehr“ – da, wo es im kalten Krieg hätte heiß werden können, wären sie zum Einsatz gekommen: Zehn ehemalige Fallschirmjäger der Bundeswehr trafen sich am Sonnabend im Landhaus Thurm-Meyer in Wildeshausen. Am 4. Januar 1966, also vor rund 50 Jahren, hatten sie ihren damals 18-monatigen Wehrdienst im Fallschirmjägerbataillon 272 in der Wittekind-Kaserne angetreten.

Anlässlich des jetzigen Wiedersehens stieg schon am Vormittag die Spannung merklich an, musste doch zu jedem Namen das passende Gesicht gefunden werden. Das fiel mal leichter, mal etwas schwerer.

Auch Fotoalben wurden durchstöbert.

Besondere Freude kam auf, als auch der ehemalige Vorgesetzte Dieter Schütte (Oberfeldwebel) die lockere Runde bereicherte. „Da sind ja meine Jungs endlich wieder!“, freute er sich. Ein Glücksfall hatte alle wieder zusammengeführt: Als Hans-Dieter Hoeren, der jetzt im nordrhein-westfälischen Wassenberg lebt, vor einem halben Jahr beim Besuch der Papenburger Meyer-Werft mit dem neuen Handy seiner Frau herumspielte, stellte er erstaunt fest, dass sie sich ganz in der Nähe von Edewecht befanden, dem damaligen Heimatort von Springer-Kamerad Hermann Deppe.

„Dreimal habe ich ihm auf den Anrufbeantworter gequatscht. Beim letzten Mal sogar mit Angabe unseres Wohnmobil-Stellplatzes und unseres Kennzeichens“, so Hoeren. Am nächsten Morgen klopfte es leise an die Tür des Wohnmobils. Hermann Deppe stand davor und verlangte grinsend nach einem Kaffee. An jenem Tag wurde die Idee zu einem etwas größeren „Klassentreffen“ geboren.

Eine Anekdote jagte die andere

Während des ausgiebigen Grillens zum Mittag wälzte die Gruppe bei ihrem Wiedersehen Fotoalben, die manch schöne Erinnerungen weckten. Eine Anekdote jagte die andere. „Ich war der liebste Junge unter der Sonne“, warf Bernd Bodenröder in die Runde, „aber nach sechs Monaten Bundeswehr hatte ich schon sieben Schlägereien hinter mir.“

„Und ich sollte mal mit meinem kaputten Finger Kartoffeln schälen.“, wusste Hermann Börger von früher zu berichten. „Da habe ich mich aber strikt geweigert – und durfte dann zur Strafe den Donnerbalken putzen.“ Der Anreiz, Fallschirmjäger zu werden, lag häufig in der besseren Besoldung. Nach erfolgreicher Prüfung winkten monatlich 150 statt 90 DM – und das sogar in „BAT“, also „Bar auf Tatze“.

Am Nachmittag brach der Zug zu einer umfangreichen Tour mit einem vielversprechenden Programm an früheren Wirkungsstätten auf. Dazu zählten natürlich das einstige Kasernengelände Spascher Sand, aber auch der Schießstand in Groß Ippener und der Ahlhorner Flugplatz, von dem aus die Flüge damals immer starteten.

Das nächste Treffen soll nicht wieder so lange auf sich warten lassen und vielleicht noch etwas größer ausfallen. Der Verbleib einiger Kameraden ist bislang nicht geklärt. „Den einen oder anderen gilt es noch aufzuspüren“, so Mitveranstalter Hoeren.

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