In manchen Stadtteilen Wildeshausens gibt es großen Handlungsbedarf

„Furchtbare Zustände“ in Wohnungen

Auslöser der Diskussion: Vor mehreren Häusern an der Hermann-Ehlers-Straße türmten sich vor wenigen Wochen wilde Sperrmüllhaufen.	Archivfoto: CDW
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Auslöser der Diskussion: Vor mehreren Häusern an der Hermann-Ehlers-Straße türmten sich vor wenigen Wochen wilde Sperrmüllhaufen. Archivfoto: CDW

Wildeshausen – Die Wohnsituation vieler Menschen mit Migrationshintergrund, die im sonst so beschaulichen Wildeshausen im Bereich der Hermann-Ehlers-Straße oder an der Ringstraße wohnen, ist offenbar so schlimm, dass viele Bürger sich das kaum ausmalen können.

„Die Menschen leben unter furchtbaren Zuständen. Wenn da jemand nachstochert, sind sie vielleicht ihre Wohnung los“, berichtete die Integrationsfachkraft der Stadt, Michaela Kurwinkel, am Donnerstag im Ausschuss für Ordnung, Soziales und Familie auf Nachfragen der Politiker, ob Probleme mit der Wohnung bei der Stadt angesprochen würden.

Laut Kurwinkels Angaben leben in manchen Vierteln Wildeshausens mittlerweile ausschließlich Menschen aus dem Ausland und viele dort auch nur kurz, bevor sie wieder umziehen. „Die Fluktuation ist unglaublich groß“, so die Pädagogin. „Manche bulgarische oder rumänische Familie wohnt dort nur wenige Monate. Deshalb identifizieren sich viele Menschen auch nicht mit ihrem Wohngebiet.“ Die Integration der Mitbürger sei ein langer Prozess, bei dem man sich nicht entmutigen lassen dürfe. Gerade in der Corona-Pandemie sei es derzeit aber nicht leicht. Man versuche beispielsweise mit dem „Treffpunkt Mittendrin“, die Kinder mit aufsuchender Arbeit, Hausaufgabenhilfen sowie beim Homeschooling zu unterstützen.

Sperrmüllhaufen als Auslöser der Diskussion

Das Thema Integration war deshalb auf der Tagesordnung gelandet, weil die CDW-Fraktion vor geraumer Zeit große Sperrmüllablagerungen an der Hermann-Ehlers-Straße moniert hatte. „Es muss etwas passieren“, so Stefan Brors.

Das geschieht wohl auch, so Bürgermeister Jens Kuraschinski: „Wir sind im Austausch mit den Hausverwaltungen.“ Die aber, so Kurwinkel, seien nicht vor Ort. Deshalb spreche man mit den Hausmeistern sowie dem Abfallberater des Landkreises. „Jedes Quartal machen wir beispielsweise Aufräumaktionen mit den Kindern. Regelmäßig gibt es Infoveranstaltungen für die Anwohner“, so Kurwinkel. Allerdings sei das durch die Corona-Pandemie erschwert. Auch um die monierten Sperrmüllhaufen habe man sich gekümmert. Die Abfuhr sei aber mehrmals verschoben worden.

Der Ausschuss empfahl auf Initiative von Rainer Kolloge (UWG), die Erstellung eines Konzeptes, aus dem hervorgeht, wie einer negativen Entwicklung in den Gebieten nachhaltig entgegengewirkt werden kann. „Wir müssen die Abwärtsspirale aufhalten. Es gibt Gruppen in Wildeshausen, die Ressentiments schüren. Deswegen müssen wir schnell handeln“, forderte Kolloge. Das sah auch Günter Lübke (CDU) so. Sein Antrag, die Mängel abzustellen und Kontakt zu den Eigentümern sowie Bewohnern aufzunehmen, wurde ebenfalls befürwortet. „Bleibt das erfolglos, wird die kostenpflichtige Abfallbeseitigung beauftragt“, so Lübke.

Kritik wurde auch an den Unternehmen laut, die die EU-Mitbürger einstellen. „Diese Industrie beschäftigt Lohnsklaven, aber bei der Wohnsituation hält sie sich fein raus“, fand Kolloge.

Die Situation in Wildeshausen:

Wildeshausen hat Stand 25. März 2021 21 810 Einwohner. 3 764 (17,26 Prozent) haben keine deutsche Staatsangehörigkeit. Aktuell leben 1 817 Bulgaren in der Kreisstadt, vor zwei Jahren waren es noch 1 459. Die Zahl der Rumänen wird mit 105 angegeben. Es leben hier 402 Polen und 366 Iraker. Von den 3 974 Kindern und Jugendlichen in Wildeshausen sind 823 keine Deutschen. 413 Kinder und Jugendliche kommen aus Bulgarien. Die Zahl der bulgarischen Kinder und Jugendlichen stieg in den vergangenen zwei Jahren um 100.

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