Workshops und Vorträge auf dem Campingplatz in Aumühle mit 30 Teilnehmern

Funkkontakt von Wildeshausen in die Welt

Aus der gesamten Bundesrepublik waren die Funker nach Aumühle in Wildeshausens Landgemeinde gekommen. Fotos: Meyer

Aumühle – Beeindruckende Installationen ließen sich am vergangenen Wochenende über Aumühle bewundern. Von Weitem wirken sie fragil – von Nahem recht stabil. Was war geschehen?

Die Bremer Ortsgruppe des Darcs (Deutscher Amateur-Radio-Club) und der Verein „Hackerspace“ Bremen hatten ihre Mitglieder zum Aumühler Campingplatz geladen.

Unter dem Motto „tinkers on meadow“, was übersetzt so viel heißt, wie „Bastler auf der Wiese“ wurden Workshops und Vorträge abgehalten, die eine spezielle Affinität zum Amateurfunk-Hobby aufweisen. Rund 30 Interessierte waren dem Aufruf gefolgt, um gemeinsam Erfahrungen auszutauschen und zu fachsimpeln.

Viele Hobbyfunker verbringen ihre Freizeit damit, alte und kaputte Geräte instand zu setzen. Daher beschäftigte sich ein Seminar mit dem Thema 3D-Druck und der Neuerstellung von Bauteilen, die längst nicht mehr im Fachhandel zu bekommen sind.

Eine weitere Besonderheit bot der Samstagnachmittag mit der sogenannten „Spaßfuchsjagd“. Auf dem nahegelegenen ehemaligen Truppenübungsgelände waren fünf Sender (Füchse) versteckt worden, die es mittels Handpeiler, Richtantennen und Kopfhörer zu entdecken galt. Nach zweistündiger Suche landete Johannes Balke vom Ortsverein Ahlhorn, der sämtliche „Füchse“ als Schnellster komplett ermitteln konnte, auf dem ersten Platz. Eine Urkunde und der Applaus seiner Mitstreiter waren dem jüngsten Teilnehmer sicher.

Das Funken selbst sollte natürlich auch nicht zu kurz kommen. Schnell wurde klar, dass es sich bei den ungewöhnlichen Objekten über Aumühle um hochwertige UKW- und Kurzwellenantennen handelte, mit denen man – vorausgesetzt das Wetter spielt mit – weltweit senden und empfangen kann. „Ich hatte schon mal einen Funker aus Japan an der Strippe. Hauptsächlich unterhält man sich dann über seine Technik, das Wetter und Alltagsgeschichten“, so der Mitorganisator Daniel Wendt-Fröhlich vom Ortsverband Bremen. „Wenn man dann mal auf Tagungen oder Messen ein Gesicht hinter den bekannten Funknamen seiner Gegenüber zu sehen bekommt, freut man sich besonders.“

Warum ist das Wetter so wichtig, und kann man beweisen, dass man mit jemandem in Japan gesprochen hat? Reflexion lautet hier das magische Stichwort. Wolkenschichten spiegeln ein ausgesandtes Funksignal wider und werfen es zurück auf die Erde. Da Amateurfunk mit seiner soliden 750-Watt-Sendeleistung sehr stark ist, kann sich dieses Spiel oftmals wiederholen – je nach Wetterlage. Theoretisch kann auch das eigene Signal nach etwa 1,5 Sekunden wieder eingefangen werden – optimalen Wolkenstand vorausgesetzt.

„Spezielle Freaks unter uns nutzen auch den Mond oder gar Meteoritenschauer, um ihre Reichweite zu erhöhen“, verriet Hugo Hopp vom Ortsverband München-Ost. „Eine Aufgabe der präzisen Berechnung ist das.“

Hierzu gibt es diverse Wettbewerbe, in denen es um Folgendes geht: Wer hat mit wem wie oft in maximaler Distanz gesprochen. Eine QSL-Karte (Empfangsbestätigigung) bietet eine Garantie darüber. Dort werden die statistischen Daten der interessantesten Gespräche notiert. Der Ortsverband sammelt diese, um sie an die weltweiten Vereine zu verschicken. Zurückerhaltende Postkarten gelten daher als eine Art Souvenir für die eingeschworene Gemeinschaft der Amateurfunker. Und noch ein Highlight bot das Treffen: Auf satte 16 Meter konnte der motorisierte Antennenmast vom umgebauten Fernseh-Übertragungswagen des Dirk Meyer vom Ortsverband Sylt ausgefahren werden.

„Eine zweite Auflage dieses Treffens macht nächstes Jahr Sinn“, so Wendt-Fröhlich. „Aber jetzt wird erst einmal fröhlich gegrillt.“  mmm

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