Restaurator kümmert sich um Rathaus-Fassade

Fugen sollen optisch schneller altern

Das Mauerwerk ist derzeit sehr uneinheitlich. - Foto: dr

Wildeshausen - Hausbesitzer, die ihr Mauerwerk neu verfugen lassen, freuen sich über den runderneuerten Anblick. Bei denkmalgeschützten Häusern wie dem Rathaus in Wildeshausen ist der Eindruck nach der Sanierung eher zwiespältig, zumal nur ein Teil der historischen Fassade mit neuem Muschelkalk verfugt wurde und damit ein sehr uneinheitliches Bild entstanden ist.

Am Freitag besichtigten Vertreter der Denkmalschutzbehörde zusammen mit der Stadtverwaltung das Ergebnis der Sanierungsarbeiten, die Mitte Juli begonnen hatten und in der zweiten August-Woche unvermittelt abgebrochen wurden. Die damalige Erkenntnis lautete: Teile der Fassade sind noch in einem guten Zustand und sollen damit nicht neu verfugt werden.

Nach der erneuten Begehung habe man sich entschieden, den Prozess der „Farbangleichung“ der unterschiedlichen Fugen zu beschleunigen, berichtet Oliver Galeotti, Sprecher des Landkreises, der auch Sitz der Unteren Denkmalschutzbehörde ist. Um das zu realisieren, soll ein Restaurator beauftragt werden. Ein Testfeld erhält einen Probeanstrich, um zu ermitteln, wie sich die künstliche Alterung entwickelt. Schon bald könnte dann die gesamte Fassade wieder deutlich einheitlicher wirken.

Fakt ist, dass die Fugen am gesamten Rathaus dicht sind und somit kein weiterer Sanierungsbedarf besteht. Von daher muss auch niemand mehr weiteres historisches Material auskratzen. Nach einer ersten Begehung mit dem Denkmalschutz waren zudem die Pläne gestoppt worden, das Mauerwerk zu versiegeln. Die Gefahr wäre zu groß, dass Feuchtigkeit durch kleine Ritzen in die Steine dringen könnte und dann bei Frost für Schäden sorgt.

Für die Maßnahme hatte die Stadt 70.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Nach derzeitigem Stand ist nicht geplant, gegen die Sanierungsfirma Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Die Fachleute hatten ja auch nur das getan, was beauftragt worden war – offenbar ohne gründliche fachliche Abstimmung mit dem Denkmalschutz. 

Zu Kosten und dem Zeitplan des neuen Anstrichs macht die Stadtverwaltung noch keine Angaben. Es sollen zunächst die Empfehlungen des Restaurators abgewartet werden. Deshalb ist auch noch nicht klar, ob die Farbangleichung noch vor dem Winter erfolgt. - dr

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