Fünf CDU-Austritte auf einen Streich

CDW-Ratsmitglieder verzichten auf Verhandlung vor dem Parteigericht

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Arbeiten weiter als CDW zusammen: Stefan Brors, Bernhard Block, Frank Stöver, Jens-Peter Hennken, Gudrun Brockmeyer und Stefan Rollié (v.l.). Das Foto entstand im Sommer beim Infogespräch mit Wirtschaftsförderer Claus Marx (M.). 

Wildeshausen - Gleich fünf Austrittserklärungen gingen am Freitagmittag beim CDU-Stadtverband in Wildeshausen ein. Stephan Rollié, Stefan Brors, Bernhard Block, Gudrun Brockmeyer sowie Frank Stöver erklärten schriftlich den Verzicht auf ihre Mitgliedschaft in der CDU.

Sie kamen damit einer Verhandlung vor dem Parteigericht in Kirchhatten am Freitagabend zuvor, die aller Voraussicht nach zu einem Parteiausschluss der Wildeshauser Ratspolitiker geführt hätte. Vier von ihnen hatten vor neun Monaten die Neugründung der Fraktion Christliche Demokraten für Wildeshausen (CDW) erklärt und damit der CDU-Ratsarbeit den Rücken gekehrt. Wenige Wochen später waren mit Frank Stöver und Jens-Peter Hennken zwei weitere CDU-Ratsherren gefolgt. Letzterer hatte schon im Oktober sein Parteibuch zurückgegeben, als klar war, dass auf Antrag des CDU-Stadtverbandes ein Parteiausschlussverfahren angestrengt wird. 

Wie berichtet, hatte es innerhalb der Wildeshauser CDU-Fraktion tiefe Zerwürfnisse gegeben. Die sechs ausgetretenen Christdemokraten hatten den Führungsstil des Fraktions- und CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Wolfgang Sasse kritisiert und vergeblich eine Abwahl angestrebt. Dem Kreisverband war es im Anschluss nicht gelungen, Verständigungsgespräche zu führen, bei denen beide Parteien an einem Tisch saßen. Der Kreisvorsitzende der CDU, Dirk Vorlauf, bestätigte den Austritt der CDW-Mitglieder. „Sie sind einem möglichen Parteiausschluss durch ihren eigenen Austritt zuvorgekommen. Damit hat sich das Ausschlussverfahren vor dem Parteigericht erledigt“, teilte er schriftlich mit. 

Der Kreisvorstand habe seinerzeit nach den festgestellten „erheblichen Satzungsverstößen“ auf Initiative des CDU-Stadtverbandes Wildeshausen den Antrag auf Ausschluss aus der Partei gestellt. Die CDW verwies am Freitagabend in einer Pressemitteilung darauf, dass Sasse bislang jedes klärende Gespräch abgelehnt und deutlich erklärt habe, dass niemand von der CDW wieder in die CDU-Fraktion aufgenommen werden würde. „Deshalb haben wir uns am Donnerstagabend schweren Herzens dazu entschlossen, aus der CDU auszutreten. Wir sehen keinen Sinn mehr darin, für eine Gemeinschaft zu kämpfen, die nicht einmal auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen und des Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley dazu bereit war, mit uns über Lösungsmöglichkeiten zu sprechen“, heißt es in dem Schreiben. 

Die CDW-Ratsmitglieder machen zudem deutlich, dass sie gewählt worden seien, um für Wildeshausen zu arbeiten und nicht, „um uns über lange Zeit mit uns selbst zu beschäftigen“. Der Parteiaustritt gebe ihnen die Möglichkeit eines baldigen Wiedereintritts, sobald die Voraussetzungen dafür geschaffen worden sind. „Wir danken den CDU-Mitgliedern und unseren Wählern für ihr bisheriges Vertrauen und werden selbstverständlich auch weiterhin christdemokratische Kommunalpolitik umsetzen. Wir werden uns gerne wieder für die CDU in Wildeshausen engagieren, allerdings nicht unter einem Vorsitzenden Wolfgang Sasse“, heißt es abschließend.

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