Angebot soll Angehörigen bei der Pflege von Betroffenen helfen

Wie fühlt sich ein Dementer?

Wollen Angehörigen von Menschen mit Demenz helfen: Nina Willers (AOK), Christa Gelhaus (Kursteilnehmerin), Hella Einemann-Gräbert (Fachlehrerin an der BBS), Maren Reinking (Kursteilnehmerin) und Evgenia Wittko (Mehrgenerationenhaus, von links). Foto: MGH

Wildeshausen – Stellen Sie sich vor, Sie wissen nicht, wo Sie sind, irren umher, erkennen nichts und niemanden wieder – es ist schwer zu sagen, wie sich Menschen mit Demenz fühlen, aber ihre Pflege ist in vielen Fällen eine Herausforderung für ihre Familien. Um zu helfen, bieten Nina Willers, Pflegefachkraft der AOK, und Hella Einemann-Gräbert, Fachlehrerin an der BBS Wildeshausen, den kostenlosen Kurs „Demenz: Unterstützung und Entlastung im Alltag“ für pflegende Angehörige und Betroffene an. Vom 24. Februar bis zum 16. März treffen sich die Teilnehmer jeweils montags von 19 bis 21 Uhr im DRK-Mehrgenerationenhaus an der Bahnhofstraße in Wildeshausen.

Bei dem Angebot geht es nicht nur um theoretisches Wissen, sondern auch um praktische und nützliche Tipps. Maren Reinking hat im vergangenen Frühjahr teilgenommen. „Im Kurs wurde auf besondere Hilfsmittel hingewiesen. Zum Beispiel kann ein roter Teller den Dementen das Essen erleichtern. Sie erkennen und finden ihr Essen besser, weil es auf dem Teller durch den roten Rand eingegrenzt ist. Viele ältere und demente Menschen haben eine Gesichtsfeldeinschränkung“, berichtet die Wildeshauserin.

Immer mehr Pflegebedürftige

Grundsätzlich gilt, dass es immer mehr Pflegebedürftige gibt, die unter einer demenziellen Erkrankung leiden. In vielen Fällen übernehmen Angehörige die Betreuung zu Hause, im vertrauten Umfeld. „Dabei kann es leicht zu einer ständigen Überforderung der seelischen und körperlichen Kräfte der Beteiligten kommen. Denn wer sich entscheidet, einen demenziell erkrankten Angehörigen zu pflegen, stellt sich einer großen Herausforderung“, heißt es in der Ankündigung für den Kurs.

Die Teilnehmer beschäftigen sich unter anderem mit folgenden Fragen: Wie lebt und fühlt ein Dementer? Wie können Angehörige ihn in ihr Leben und ihren Alltag einbinden? Welche gesetzlichen Unterstützungen und Möglichkeiten werden ihnen von welchen Stellen geboten? Wie sorgen Betroffene oder Helfer in der neuen Situation für sich?

Neben Reinking hat auch Christa Gelhaus im vergangenen Jahr teilgenommen. „Wir haben vieles über das Krankheitsbild Demenz erfahren, sodass ich das Verhalten meines Schwiegervaters häufig besser verstehen konnte. Uns wurden Verhaltensweisen aufgezeigt, damit wir auf die Verwirrtheitszustände des Erkrankten besser eingehen können“, erinnert sich die Wildeshauserin. Zum Beispiel sei es wichtig, ruhig, langsam, deutlich und in kurzen Sätzen zu sprechen, den Demenzerkranken nicht zu korrigieren und stattdessen in seine Welt einzutauchen. „Das ist im Alltag nicht immer so einfach. Deshalb ist es wichtig, dass man offen ist für Unterstützung, zum Beispiel durch einen Pflegedienst, eine Betreuungskraft oder eine Tagespflege“, ergänzt sie.

Einemann-Gräbert hofft, helfen zu können. „Mir ist bewusst, was die Angehörigen täglich leisten müssen. Darum bin ich auch sehr daran interessiert, ihnen möglichst viele praktische Tipps zu geben, damit die Verbindung zu dem Dementen nicht abreißt. “ Die Dötlingerin ist seit Jahren im Bereich Demenz aktiv, der für sie einer der Schwerpunkte ihres Wirkens als Berufsschullehrerin für Altenpflege geworden ist. Mitstreiterin Willers geht es auch darum, dass die Teilnehmer ausreichend über Hilfsleistungen und diverse andere Unterstützungsmöglichkeiten informiert werden.

Anmeldungen

Interessierte können sich telefonisch unter 04431/71778 oder persönlich im DRK-Mehrgenerationshaus an der Bahnhofstraße 14 in Wildeshausen anmelden.

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