Fruchtfolge für Fast Food

Agrarfrost und Lieken starten mit McDonald‘s ein internationales Pilotprojekt

Auf Kartoffeln folgt Weizen: Mit einem Pilotprojekt sollen so die Böden geschont werden.
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Auf Kartoffeln folgt Weizen: Mit einem Pilotprojekt sollen so die Böden geschont werden.

Aldrup – Die Firma Agrarfrost in Aldrup produziert nicht nur riesige Mengen tiefgekühlter Kartoffelprodukte für den Lebensmitteleinzelhandel und die Gastronomie. Die Pommes frites der internationalen Schnellimbisskette McDonald‘s sind ebenfalls von Agrarfrost hergestellt. Beide Unternehmen verwirklichen nun mit weiteren Partnern ein international vielbeachtetes Projekt: Crop Rotation.

Es handelt sich um die gezielte Fruchtfolge beim Anbau von wichtigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, um nachhaltig wirtschaften und Landwirte langfristig an sich binden zu können.

Nach Informationen von Agrarfrost bauen derzeit mehr als 200 Vertragslandwirte auf einer Ackerfläche von rund 10 000 Fußballfeldern Kartoffeln an. So würden rund 50 Prozent der benötigten Menge geerntet, sagt Agrarfrost-Geschäftsführer Manfred Wulf. Weitere 30 Prozent der zu verarbeitenden Feldfrüchte hat sich das Unternehmen zusätzlich vertraglich gesichert. Dabei, so Agrarfrost, folgen die Bauern streng den Prinzipien der nachhaltigen Landwirtschaft, die dem Ackerboden nach der Ernte genügend Ruhepausen zur Erholung geben und so die natürlichen Ressourcen schonen. „Dabei“, so Wulf, „ist es wichtig, die Fruchtfolge zu beachten.“ Man könne nicht jedes Jahr auf dem selben Feld Kartoffeln anbauen.

Ziel: Boden schützen und Pflanzenkrankheiten minimieren

Da kommt den Aldrupern das Pilotprojekt von McDonald‘s gerade recht. Wie der Fast-Food-Produzent im Umfeld der Internationalen Grünen Woche in Berlin informierte, testen in einem Pilotprojekt die eigenen Lieferanten jetzt den wechselnden Anbau von Kartoffeln und Weizen, um so die Bodenqualität zu schützen und Pflanzenkrankheiten zu minimieren.

Im Mittelpunkt steht nach Angaben von McDonald‘s vor allem das Fruchtwechsel-Pilotprojekt Crop Rotation von Agrarfrost und Lieken. Die Burger-Kette bezieht rund zwei Drittel seiner Rohwaren aus Deutschland. So kommen die Kartoffeln für die Pommes zu 70 Prozent und der Weizen für die Brötchen zu 75 Prozent aus heimischem Anbau.

Fruchtfolge könnte noch erweitert werden

„Nachdem auf den fruchtbaren Böden der Vertragslandwirte von Agrarfrost Kartoffeln geerntet wurden, bauen die Landwirte dort Weizen an, der bei Lieken für die Herstellung der Burger-Brötchen verwendet wird. Durch den Fruchtwechsel werden die Qualität des Bodens verbessert, die darin enthaltenen Nährstoffe geschützt und die Risiken von Pflanzenkrankheiten minimiert“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die enge Zusammenarbeit nicht nur zwischen McDonald‘s und seinen Lieferanten, sondern auch unter diesen, ist ein wichtiger Innovationsmotor in unserer Lieferkette. Zugleich fördern wir damit eine nachhaltige Landwirtschaft“, so Diana Wicht, die sich bei McDonald‘s Deutschland unter anderem um Lieferketten kümmert.

Pommes aus Aldrup: Die Produkte von Agrarfrost werden bei Mc-Donald‘s verarbeitet.

Das bestätigt auch Wulf. „Wir finden die Initiative von McDonald‘s sehr gut“, berichtet er auf Nachfrage. „Es ist eine hervorragende Möglichkeit, unsere Landwirte langfristig zu binden und nachhaltig anzubauen.“ Die Anfänge seien vielversprechend. Die Idee sei es, den Fruchtwechsel noch deutlich zu intensivieren. Denkbar sei es beispielsweise, dass die Kooperation nicht nur beim Weizen- und Kartoffelanbau genutzt werde. „Möglich wäre es auch, dass die Landwirte im Anschluss Raps anbauen, um Öl zu gewinnen. Das könnte ebenso von McDonald‘s verwendet werden.“

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