Frische Bissspuren und Pfotenabdrücke

Doch ein zweiter Biber in der Hunte?

+
Ralf Siemer zeigt ganz frische Bissspuren am Stamm.

Busch - Lebt im Landkreis Oldenburg doch noch ein Biber? Am vergangenen Wochenende entdeckte der Naturschutzbeauftragte des Wildeshauser Fischereivereins, Ralf Siemer, ganz frische Bissspuren eines Nagetieres an der Hunte in Busch (Gemeinde Dötlingen). Zudem fand er frische Pfotenspuren auf einer neu angelegten Biberrutsche in den Fluss. „Ich habe bereits den Landkreis Oldenburg informiert“, so Siemer gestern. Seiner Ansicht nach wäre es toll, wenn ein weiteres geschütztes Tier hier seine Heimat gefunden hätte. Das sei auch ein Beleg für die intakte Natur und die Wasserqualität der Hunte.

Wie berichtet, wurde der seit dem Jahr 2007 in Wildeshausen und Dötlingen bekannte Biber im September tot in der Hunte gefunden. Das 1,18 Meter lange und 25,5 Kilogramm schwere Tier wurde zur Präparation ins Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg gebracht. Dort soll anhand der DNA ermittelt werden, woher das Tier stammte. Denkbar ist, dass es ausgesetzt wurde oder aus einer Population am Dümmer kommt, die wiederum aus Polen eingewandert ist.

Diese Frage stellt sich nun auch bei dem weiteren Tier, das sich am Ufer der Hunte in Nähe des Buschteiches aufhält. Siemer vermutet, dass die Population am Dümmer mittlerweile so groß geworden ist, dass sich der Nachwuchs neue Gebiete suchen muss. „Ich war bereits kurz vor dem Tod des Biberweibchens im Herbst der Meinung, einmal zwei Köpfe über dem Wasserspiegel gesehen zu haben“, so Siemer. Bei im Wasser schwimmenden Tieren sei es aber nicht so leicht zu erkennen, ob es sich um einen Biber oder um eine Biberratte handelt. Angesichts der frischen Spuren sei er nun aber fest davon überzeugt, dass es ein zweites Tier in der Hunte gebe. „Es könnte aber sein, dass es erst vor wenigen Tagen hier heimisch geworden ist“, so der Fischer. Wenn aufmerksame Bürger weitere Spuren entdecken würden, sei es schön, wenn das Amt für Naturschutz beim Landkreis oder der Fischereiverein informiert werden würden.

Ganz allgemein beobachten Experten, dass zunehmend größere Säugetiere in den norddeutschen Raum einwandern. Dazu gehören neben den Wölfen auch die Fischotter, die im Pestruper Moor, an der Aue und in Ahlhorn heimisch geworden sind.

dr

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Bilder: Deutsche Frauen holen Sieg gegen Italien

Bilder: Deutsche Frauen holen Sieg gegen Italien

Eskalation: Palästinenser brechen Kontakte zu Israel ab

Eskalation: Palästinenser brechen Kontakte zu Israel ab

DFB-Frauen auf Kurs EM-Viertelfinale: 2:1 gegen Italien

DFB-Frauen auf Kurs EM-Viertelfinale: 2:1 gegen Italien

Tritt Prinz George in die Fußstapfen seines Vaters? 

Tritt Prinz George in die Fußstapfen seines Vaters? 

Meistgelesene Artikel

Motorradfahrer verliert bei riskantem Überholmanöver auf der A1 Kontrolle 

Motorradfahrer verliert bei riskantem Überholmanöver auf der A1 Kontrolle 

18-Jähriger im Alfsee bei Bramsche ertrunken

18-Jähriger im Alfsee bei Bramsche ertrunken

Ein Kneipenviertel am Stellmacherplatz?

Ein Kneipenviertel am Stellmacherplatz?

„Schekhan-Markt“ eröffnet neuen Verkaufsraum mit breiterem Angebot

„Schekhan-Markt“ eröffnet neuen Verkaufsraum mit breiterem Angebot

Kommentare