Friedrich Ahlers bekommt Anregungen für lebendiges Platt: Aktivitäten für Kinder, Jugendliche und Familien

Von Fleipiepen bis Wilshusen

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Auf Plattdeutsch lässt sich vieles einfacher, persönlicher und lustiger ausdrücken – das bewies sich auch in der gemütlichen Runde beim Witze erzählen.

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. Platt schnacken macht einfach Spaß. Das zeigte sich am Mittwochabend in der Runde um den neuen Plattdeutschbeauftragten der Stadt Wildeshausen, Friedrich Ahlers. Der Landwirtschaftsmeister, der seit kurzem seine Rente genießt, hatte zu einem offenen Treffen ins „Alte Amtshaus“ eingeladen, um Ideen zu sammeln, wie Plattdeutsch in Wildeshausen lebendig gehalten werden kann.

Vor allem möchte Ahlers die Sprache und den Spaß daran auch an Kinder und Jugendliche weitergeben. Wie aber lassen sich die jungen Menschen für die alte Sprache am besten begeistern? Das stellte sich als zentrales Thema für die Freunde des Plattdeutschen heraus, die zahlreich zu dem ersten Treffen erschienen waren. Ahlers möchte den offenen Arbeitskreis regelmäßig stattfinden lassen. Die Plattform soll die Organisation verschiedenster plattdeutscher Aktivitäten erleichtern. Als Termin für das nächste Treffen setzte er bereits den 29. Oktober an, ebenfalls um 19.30 Uhr im Kaminzimmer des „Alten Amtshauses“.

An Ideen für plattdeutsche Aktivitäten mangelte es unter den Teilnehmern nicht. „Kinder erreichen wir am besten, wenn wir spielerisch an das Thema herangehen“, waren sich alle einig. „Vor allem müssen die Kinder dabei selbst aktiv werden können.“ So könne Plattdeutsch beispielsweise im Kindergarten nicht nur durch Vorleserunden, sondern auch durch plattdeutsche Spiele gefördert werden. Wichtig sei, dass Kinder die Sprache hören und authentisch erleben.

Möglich sei auch, die Besichtigung des Feuerwehrhauses und der Fahrzeuge, die jedes Jahr kurz vor den Sommerferien für Schulkinder angeboten wird, auf Platt abzuhalten. Ebenfalls könne es Ferienpassaktionen in plattdeutscher Sprache geben – dafür böten sich zum Beispiel die Aktionen „Kartoffeln ernten“ oder „Landwirtschaft wie früher“ des Trecker-Veteranen-Clubs an.

„Wenn Großeltern oder Eltern mit den Kindern zu Hause Platt schnacken, ist das natürlich toll“, fand Annegret Arkenberg. Sie selbst sprach mit ihren Kindern, die jetzt im Jugendalter sind, von Anfang an Platt. Doch in vielen Familien sei die Sprache nicht mehr präsent.

Um den Bezug wieder herzustellen, plädierte Arkenberg auch für Familienausflüge, bei denen Plattdeutsch in den Vordergrund gestellt werde – zum Beispiel bei einer Bauernhofführung, einer Pirsch mit dem Jäger oder Förster, einer Radtour oder einer Erzählrunde am Kaminfeuer.

Aus der Runde kamen außerdem Anregungen für Koch-, Back- und Bastelkurse in plattdeutscher Sprache. Für das „Fleipiepen“(kleine Flöten)-Basteln und das Weihnachtsplätzchen backen fanden sich bereits handwerklich begabte Plattschnacker und plattschnackende Küchenfeen.

Sandra Scholz sicherte zu, dass die Küche des Mehrgenerationenhauses für Back- und Kochaktionen zur Verfügung steht. Ahlers selbst kann sich vorstellen, Kinder und Erwachsene auf Platt über einen alten Bauernhof zu führen. Gesucht wird beispielsweise noch ein Plattschnacker, der mit Kindern Vogelhäuschen zimmern würde. Die ersten Aktivitäten sollen bereits beim nächsten Treffen ganz konkret werden. Für den November ist der erste Termin zum Weihnachtsplätzchen backen auf Platt geplant.

Auch Bürgermeister Jens Kuraschinski nahm an dem Treffen teil. Er nahm die Anregung auf, auf den Ortseingangsschildern unter dem Schriftzug „Wildeshausen“ in kleineren Buchstaben auch noch das plattdeutsche „Wilshusen“ anzubringen. „Den Antrag möchte ich wohl auf den Weg bringen“, so Kuraschinski.

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