Freiwilligenagentur koordiniert Hilfe für Flüchtlinge in Wildeshausen

Organisiertes Willkommen

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Thorben Kienert, Anna Renz, Dieter Brüggmann, Rita Manietta, Kreszentia Flauger und Stephanie Alkoyun (v.l.) stellen das Projekt vor.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Ende des Jahres signalisierten fast 1500 Menschen, dass sie Flüchtlinge in Wildeshausen willkommen heißen wollen. Viele Bürger haben erklärt, dass sie auch ganz konkret helfen möchten. Dazu gibt es nun – gut organisiert – die Gelegenheit.

Um Flüchtlingen, Asylbewerbern und Asylanten mit Hilfsbedarf in den unterschiedlichsten Lebenslagen eine organisierte und strukturierte Unterstützung durch Ehrenamtliche anbieten zu können, haben die Initiative „Willkommen in Wildeshausen“ und die Freiwilligenagentur „MischMit“ unter Beteiligung der Stadt ein Konzept erarbeitet, das dafür sorgen soll, dass die Ehrenamtlichen gut vorbereitet arbeiten können.

„Es soll professionell ablaufen und nachhaltig wirken“, sagte Kreszentia Flauger, eine der Initiatorinnen. Deshalb sei es sinnvoll gewesen, erst einmal zu schauen, welche Angebote es in der Stadt schon gibt. Mit der Ehrenamtsagentur sei nun ein guter Partner gefunden worden.

„Wir beobachten gesellschaftliche Entwicklungen und greifen Initiativen gerne auf“, erklärte Thorben Kienert, Geschäftsführer von „MischMit“. Die Agentur wolle Freiwillige in passendes Ehrenamt begleiten und permanente Erfahrungsaustausche bieten. „Ziel ist es, dass die Menschen in die Mitte der Gesellschaft aufgenommen werden können.“

Stephanie Alkoyun ist Flüchtlingssozialarbeiterin der Diakonie. Sie kennt das Spektrum der Hilfsmöglichkeiten, die von Asylbewerbern und Asylanten angefragt werden. „Es geht darum, durch eine Begleitung bei Behördengängen Sicherheit für die Flüchtlinge zu bieten“, sagte sie. Wichtig sei auch eine Begleitung zu Arztterminen, das Sichten und Erklären von Briefen, Vermittlungen in Praktika oder die Hilfe bei der Jobsuche. „Viele Menschen, die hier herkommen, sind qualifiziert. Aber sie kennen unser Land und unsere Sprache in der Regel nicht“, so Alkoyun. Es sei nicht entscheidend, dass Helfer arabisch oder englisch sprechen könnten. Oftmals könne man sich auch auf andere Art verständigen. Unterstützung auch bei der Wohnungssuche wäre für viele Flüchtlinge zudem sehr hilfreich.

Nach Angaben von Fachbereichsleiterin Rita Manietta leben in Wildeshausen derzeit 63 Asylbewerber, dazu acht abgelehnte, aber geduldete Asylbewerber und 168 anerkannte Asylanten. Bis Ende Sommer wird der Zuzug von 22 Flüchtlingen prognostiziert, für die es schon Wohnraum gibt. „Aber wir sind ständig auf der Suche“, so Manietta. „Von daher wäre es schön, wenn sich Menschen melden würden, die Wohnungen an die Stadt vermieten können.“ Ziel der Kommunen im Landkreis sei es weiterhin, die Flüchtlinge dezentral unterzubringen. Damit sei eine Integration deutlich schneller zu erreichen.

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