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Strafe zehn Jahre nach Schmuggel auf der A 1 in Wildeshausen

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Von: Dierk Rohdenburg

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Drei Platten Haschisch wurden vor zehn Jahren bei einem Autofahrer auf der A 1 gefunden. Symbo
Drei Platten Haschisch wurden vor zehn Jahren bei einem Autofahrer auf der A 1 gefunden. Symbo © dpa

Wildeshausen – In Handschellen und mit Fußfesseln wurde ein 43-jähriger dänischer Staatsbürger am Donnerstag dem Schöffengericht in Wildeshausen vorgeführt. Nach rund einer Stunde Verhandlung konnte der Mann den Gerichtssaal ohne Geleit der Justizvollzugsbeamten verlassen, weil er zu zehn Monaten Freiheitsstrafe – zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt – für den Besitz und die Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verurteilt worden war.

Der Staatsanwalt sprach von einem außergewöhnlichen Fall. Das deshalb, weil der Angeklagte bereits am 8. August 2012 im Bereich Wildeshausen auf der Autobahn vom Zoll kontrolliert worden war. Er hatte drei Platten zu je 100 Gramm Haschisch mit einem Wirkstoffgehalt von 28,52 Gramm THC, 15 Gramm Kokain sowie Kleinstmengen anderer Drogen in den Niederlanden gekauft und war mit seiner Partnerin auf dem Weg nach Dänemark. Stattdessen kam er zwei Monate in Untersuchungshaft nach Vechta. Diese wurde danach ausgesetzt. Der Mann wurde vor das Amtsgericht geladen. Da sein Verteidiger aber erkrankt war, fiel der Termin aus.

Die Vorladung zu einer erneuten Gerichtsverhandlung erreichte den Mann offenbar nicht, weil er unbekannt verzogen war. So ging der Däne davon aus, dass sich alles erledigt hatte, bis er am 14. Januar in Flensburg kontrolliert wurde. Da klickten die Handschellen und er wurde erneut ins Gefängnis nach Vechta gebracht, weil der zeitweise ausgesetzte Haftbefehl zwischenzeitlich wieder in Vollzug gesetzt worden war.

Aus der Untersuchungshaft vorgeführt, gab der 43-Jährige – ebenso wie bereits vor knapp zehn Jahren – zu, die Drogen besessen zu haben. Er sei schwer abhängig gewesen und habe den Stoff für den Eigengebrauch genutzt. Seit 2014 sei er therapiert und abstinent. Er arbeite regelmäßig und habe vier Kinder, mit denen er nicht zusammenlebe, so der Angeklagte.

Der Staatsanwalt stellte ihm eine günstige Sozialprognose aus und ging nach der langen Zeit, die seit der Tat vergangen ist, von einem minderschweren Fall aus. Immerhin habe der Angeklagte bereits zwei Monate Untersuchungshaft und nun noch einmal das „böse Erwachen“ mit der erneuten Haft hinter sich. Somit beantragte er ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Der Verteidiger sah das ähnlich und lobte, dass sich sein Mandant 2014 alleine „aus dem Sumpf“ gezogen habe. Er hielt acht Monate Freiheitsstrafe für angemessen.

Der Richter entschied sich bei der Strafbemessung für die Mitte und verhängte zehn Monate Freiheitsstrafe. Auch er ging von einem minderschweren Fall aus. Dabei müsse berücksichtigt werden, dass die Tat schon sehr lange zurückliege, begründete er sein Urteil.  dr

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