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Freiheitsstrafe nach Diebstahl von Sportkleidung

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Von: Dierk Rohdenburg

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Amtsgericht Wildeshausen: Ein 32-Jähriger erhielt hier eine weitere Freiheitsstrafe von drei Monaten.
Amtsgericht Wildeshausen: Ein 32-Jähriger erhielt hier eine weitere Freiheitsstrafe von drei Monaten. © dr

Wildeshausen – Wegen eines erneuten Ladendiebstahls wurde ein 32-jähriger Ahlhorner vom Wildeshauser Amtsgericht zu drei Monaten Freiheitsstrafe, drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, verurteilt.

Das ist der vorläufige Schlusspunkt einer kriminellen Karriere mit elf Einträgen im Bundeszentralregister – unter anderem wegen Diebstählen, Raubes, Betruges, Erpressung sowie Hausfriedensbruchs.

Neue Einträge sind aber schon bald zu erwarten, denn der Mann sprach von weiteren Diebstählen in Wildeshausen und Cloppenburg, bei denen er ebenso erwischt wurde wie bei der Tat am 27. Dezember vergangenen Jahres im E-Center am Westring in der Kreisstadt. Dort hatte er Sportartikel im Wert von 179,79 Euro in seinen Rucksack gepackt und wollte, ohne zu zahlen, den Markt verlassen. Er wurde jedoch von einem Ladendetektiv aufgehalten.

Angeklagter schildert schwierige Lebenssituation

Die Anhörung des Täters, der ohne Verteidiger gekommen war, gestaltete sich gänzlich anders als sonst vor dem Amtsgericht. Der Mann räumte die Tat ein und begründete sie damit, dass er einen Rückfall in frühere Drogenkonsumzeiten hatte. Die Gründe dafür nannte er allerdings auch gleich und belegte sie mit amtlichen Dokumenten.

Nach der Haftstrafe, die er wegen diverser Taten abbüßen musste, habe er mit seiner Lebensgefährtin in einer Wohnung zusammengelebt. Sie habe sich aber von ihm getrennt, sodass er zu seiner Großmutter gezogen sei. Die alte Frau sei eines Tages zusammengebrochen und habe lange Zeit im Koma gelegen. Sie sei nun ein schwerer Pflegefall. Er habe sie aus dem Krankenhaus in die Wohnung zurückgeholt, obwohl die Familie sie in ein Altenheim bringen wollte. Nun sei er der Betreuer und pflege seine Oma rund um die Uhr. Arbeiten könne er deshalb nicht, weshalb er Sozialleistungen beziehe.

Mutter und Großmutter Pflegefälle

Aber es kam noch heftiger: Auch seine Mutter sei schwer erkrankt und lebe nun als Pflegefall in einer Einrichtung, berichtete der Angeklagte. „Ich musste damals viel regeln. Ich habe kein Auto und steckte in einem emotionalen Tief“, sagte er. Da sei er rückfällig geworden und habe wieder Drogen genommen. Die Kleidung in geringem Wert habe er nur gestohlen, um sie weiterzuverkaufen. „Ich weiß, dass es dumm war“, betonte er. „Ich will mein Leben jetzt in die Hand nehmen. Ich will aber auch meine Oma nicht alleine lassen“, bekräftigte er.

Der Richter machte deutlich, dass es gut sei, zu erfahren, was hinter einer Tat stecke. „Sie waren entwaffnend ehrlich“, sagte er. Er reduzierte das von der Staatsanwältin beantragte Strafmaß von fünf Monaten Freiheitsstrafe auf drei. „Ich hoffe, dass es bei Ihnen mit den Straftaten aufhört“, so der Richter.

Aller Voraussicht nach muss er sich aber wohl schon bald wieder mit den nächsten Diebstählen des Mannes aus der jüngeren Vergangenheit beschäftigen.

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