Ausschuss diskutiert kurz vor der Wahl über Schwimmbadgebühren

„Freies Baden für freie Bürger“ knapp verhindert

Gerade jetzt ist das Krandelbad heiß begehrt. Es muss aber weiterhin Eintritt entrichtet werden. - Foto: Stadt

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Wenige Monate vor einer Kommunalwahl über Schwimmbadgebühren zu sprechen, ist ein heikles Unterfangen. Die SPD hatte beantragt, für Schüler, Auszubildende, Schwerbehinderte sowie Bezieher von Sozialleistungen Ermäßigungen für das Krandelbad zu gewähren. Die Diskussion im Ausschuss für Stadtentwicklung, Fremdenverkehr, Sport und Kultur gipfelte in dem Antrag „Freies Baden für freie Bürger“. Schließlich wurde die Beratung vertagt.

„Es ist gut, dass wir darüber sprechen“, fand Linken-Ratsfrau Kreszentia Flauger. Doch Lars Kosten (FDP) ahnte, warum das Thema wieder hochgespült wurde. „Passend zur Wahl taucht das auf. Warum beraten wir das nicht mit dem Haushalt?“, fragte er.

„Die zurzeit geltenden Eintrittspreise berücksichtigen nicht, dass es Bevölkerungsgruppen gibt, die aufgrund ihres Einkommens, wie zum Beispiel Schüler, Studenten, Auszubildende oder Bezieher von Sozialleistungen und Asylbewerber, nicht in der Lage sind, regelmäßig unser Krandelbad zu nutzen“, hatte Evelyn Goosmann in ihrem Antrag geschrieben. „Es gibt viele Gründe, für oben genannte Bevölkerungsgruppen die Eintrittspreise zu senken. Denn die breite Teilnahme am gesellschaftlichen und sportlichen Leben fördert neben der Gesundheit auch die Integration.“

Parteikollege Stephan Dieckmann erweiterte den Antrag der Sozialdemokraten dann noch um einen Aspekt. So sei seine Fraktion dafür, auch den Angestellten der Stadtverwaltung eine Ermäßigung zukommen zu lassen. Sport sei gesund, zudem könne man so den Angestellten etwas Gutes tun.

Und weil die Ausschussmitglieder gerade gut in Fahrt waren, stellte der Grüne Christoph Wach den schon schriftlich vorbereiteten Antrag, auch Jugendlichen im freiwilligen sozialen Jahr einen Rabatt von 50 Prozent zu gewähren. Denkbar sei auch, Eintrittspreise durch Arbeitgeber finanzieren zu lassen.

„Angesichts dieser Anträge sollten wir überlegen, ob wir überhaupt noch Gebühren verlangen“, erklärte da Stephan Rollié (CDU) mit Galgenhumor. Der Verwaltungsaufwand für die Ermäßigungen übersteige möglicherweise schon bald die Einnahmen aus dem Schwimmbadbesuch. Das brachte seinen Parteifreund Bernhard Block zum durchaus ernst gemeinten Antrag: „Dann bieten wir doch freies Baden für freie Bürger an.“

Da nun viele Anträge vorlagen, die zur Abstimmung anstanden, ahnten die Ausschussmitglieder, dass am Ende eine schwer zu handhabende Empfehlung droht, die zudem den städtischen Haushalt arg belasten könnte. Sie zogen die Reißleine und beförderten die Beratung in die Sitzung des Arbeitskreises Schwimmbad. Der soll bis zu den Haushaltsberatungen für entscheidungsreife Konzepte sorgen. Flauger machte aber schon mal ihre Sichtweise klar, dass Ermäßigungen nicht grundsätzlich zu Mindereinnahmen führen. „Die Einnahmen könnten steigen, weil viel mehr Wildeshauser das Schwimmbad besuchen“, erklärte sie.

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