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Frauenhaus Wildeshausen richtet sich neu aus

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Von: Dierk Rohdenburg

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So soll laut Baustellenschild das neue Frauenhaus in Wildeshausen aussehen. Der Standort wird noch nicht genannt.
So soll laut Baustellenschild das neue Frauenhaus in Wildeshausen aussehen. Der Standort wird noch nicht genannt. © dr

Das Frauenhaus in Wildeshausen wird derzeit neu gebaut. Künftig soll der Standort nicht mehr geheim gehalten werden.

Wildeshausen – Das neue Frauenhaus des Landkreises Oldenburg wird nach derzeitigen Planungen voraussichtlich zum Jahreswechsel fertig und bezugsbereit sein. Das teilte Christiana Dölemeyer, Leiterin des Amtes für Teilhabe und Soziale Sicherung, auf Nachfrage mit.

Neu ist dann auch, dass die Adresse des Frauenhauses nicht mehr als streng geheim eingestuft wird, wie bisher. Ein Teil der Einrichtung soll als Stützpunkt gegen Gewalt an Frauen dienen und damit öffentlich zugänglich sein. „Allerdings wird es einen gut gesicherten Bereich geben. Aber wir werden keine Hochrisikofälle mehr aufnehmen“, sagte Dölemeyer.

Wie berichtet, erhält der Landkreis eine 90-prozentige Förderung zum Neubau. Das Projekt in der Kreisstadt war ursprünglich mit 2,21 Millionen Euro Kosten taxiert. Allerdings sind nun Steigerungen von 347 000 Euro zu erwarten, bei denen der Landkreis ebenfalls auf eine 90-prozentige Unterstützung hofft.

Es handelt sich bei der Einrichtung in vielerlei Hinsicht um ein Vorzeigeprojekt. Nicht nur, dass es dort den neuen Stützpunkt gegen Gewalt geben wird. Laut Dölemeyer ist geplant, auch Frauen mit Behinderungen oder Suchthintergrund eine zeitweilige Wohnung anbieten zu können.

Fünf Wohnungen mit Schlafzimmern und Bad

In dem neuen Gebäude sollen in Zukunft fünf Wohnungen mit jeweils zwei Schlafzimmern und Bad zur Verfügung stehen. Somit könnten rechnerisch zehn Frauen und bis zu 20 Kinder aufgenommen werden. Die Verweildauer liegt nach Angaben von Dölemeyer bei bis zu drei Monaten, da man sehr familienorientiert nach Lösungen suche. Als sehr positiv empfindet die Amtsleiterin auch die zunehmende Vernetzung mit anderen Frauenhäusern, sodass bei Bedarf immer ein Platz gefunden werden kann.

Das Altgebäude wurde im Februar 2021 abgerissen und der Baugrund für die Errichtung des neuen Hauses vorbereitet. Mittlerweile ist das Kellergeschoss fast fertiggestellt. Glücklicherweise wurde dem Landkreis für die Übergangszeit der Bauarbeiten eine Immobilie angeboten, in der die Frauen und ihre Kinder zusammen untergebracht werden können.

Schutz vor Gewalttaten

Die „Istanbul-Konvention“, die Anfang 2018 in Deutschland in Kraft trat, verpflichtet alle staatlichen Ebenen, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um alle gewaltbetroffenen Frauen und ihre Kinder vor weiteren Gewalttaten zu schützen und die entsprechenden Hilfsdienste sowie Schutzunterkünfte leicht zugänglich und in geeigneter Zahl zur Verfügung zu stellen.

Wie das Amt für Teilhabe und Soziale Sicherung vor geraumer Zeit mitteilte, hat Sozialpädagogin Aike Elling die Leitung des Frauen- und Kinderschutzhauses übernommen und wird dann im neuen Gebäude leitend tätig sein. Sozialpädagogin Andrea Fragge leitet das Frauen- und Mädchentelefon „Aufwind“ sowie die Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt „BISS“.

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