Elf neue Doppelzimmer am Bahnhof Wildeshausen?

Frank Stöver plant Hotel-Erweiterung

Abreißen und neu bauen, sagt Investor Frank Stöver. Die Stadt denkt aber an eine Sanierung des Schuppens.
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Abreißen und neu bauen, sagt Investor Frank Stöver. Die Stadt denkt aber an eine Sanierung des Schuppens.

Wildeshausen – Der Hanstedter Frank Stöver plant, das Hotel am Bahnhof in Wildeshausen zu erweitern. Elf neue Doppelzimmer sollen geschaffen und die Kapazität damit mehr als verdoppelt werden. Weichen soll dafür ein verfallener Schuppen neben dem Bahnhof. Der Neubau wäre damit baulich vom Bestandsgebäude getrennt. Allerdings erhält Stöver Gegenwind für seine Pläne.

Der Investor hatte bei der Stadt nach einer Befreiung von den Höhen-Festsetzungen des Bebauungsplans gefragt. Konkret geht es darum, dass die Firsthöhe des Erweiterungsbaus bei 9,50 Meter liegen soll. Der B-Plan erlaubt aber nur 7,50 Meter. Zum Vergleich: Der Bahnhof ist rund 15 Meter hoch, die Halle mit DRK und VHS bringt es auf sieben Meter.

Die Stadt habe ihm mitgeteilt, die Politik wolle solch eine Befreiung an dieser Stelle nicht, wundert sich Stöver, in dessen Augen der verfallene und beschmierte Schuppen alles andere als ein Aushängeschild für die Kreisstadt ist. Der Hanstedter glaubt auch nicht, dass die Politik insgesamt gegen das Vorhaben ist, sondern nur einzelne Personen.

Neubau im Stil des Bahnhofes geplant

Stöver plant den Neubau im Stil des Bahnhofs mit spitzen Giebeln und Balkons. Im ersten und zweiten Stock sollen jeweils vier und im ausgebauten Dachgeschoss drei Doppelzimmer á 30 Quadratmeter entstehen. Der Hanstedter spricht von hochwertigen Angeboten für Hotelgäste. Genau kalkuliert ist das Vorhaben noch nicht, wird sich aber voraussichtlich im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich bewegen.

Im Januar habe er sich erstmals an die Stadt gewendet, so Stöver. In einem Gespräch mit Bürgermeister Jens Kuraschinski habe er das Anliegen erläutert. Der Verwaltungschef habe sich zunächst nicht klar festgelegt und ein neues beziehungsweise altes Thema erwähnt: ein Fahrradverleih. Der war vor Jahren schon einmal diskutiert worden.

Schuppen aufwendig sanieren?

Nach einigem Überlegen erklärte sich Stöver bereit, vor dem Bahnhof Räder gegen Gebühr zu verleihen. Dazu wollte er den Fahrradständer bei der Zufahrt zur Bahnhofshalle mit einer Holzfassade, einer sogenannten Rhombusschalung, verkleiden. Er würde den Verleih auf eigene Rechnung führen, bat allerdings um einen Zuschuss der Stadt von 100 Euro pro Monat. „Damit kann ich kein Geld verdienen“, so Stöver.

Bei einem weiteren Gespräch mit der Stadtverwaltung, dieses Mal mit Bauamtschef Hans Ufferfilge, habe dieser ihm dann allerdings mitgeteilt, dass die Politik keine Befreiung von der Firsthöhe wolle. Stattdessen sei ihm vorgeschlagen worden, den Schuppen an die Stadt zu vermieten. Der müsste erst einmal für 50 000 bis 80 000 Euro saniert werden, schätzt Stöver. „Elektrik, Putz, Farbe, Dach, Fenster, Türen“, zählt er die Problemstellen auf. Aktuell wird das Gebäude als Lager und Werkstatt genutzt.

Den Vorschlag des Investors, den bestehenden Fahrradständer zu nutzen, hat die Stadt mittlerweile von sich aus abgeräumt: Mitarbeiter des Bauhofs haben die Konstruktion kürzlich abgebaut. Sehr zum Erstaunen von Stöver.

Sollte es keine Einigung mit der Stadt geben, könnte Stöver sein Hotel trotzdem erweitern. Dann in den Grenzen des Bebauungsplans mit einem zweistöckigen Flachdachbau neben dem Bahnhof. „Optisch überhaupt nicht ansprechend“, würde der Investor diesen Weg lieber nicht gehen.

Antrag soll in den Bauausschuss

Erst einmal möchte der Hanstedter mit seinem Antrag in den zuständigen Bauausschuss gehen. In der Hoffnung, dass die Politik ihm dort entgegen anderslautender Einschätzung der Stadtverwaltung grünes Licht gibt.

Stadtsprecher Hans Ufferfilge widerspricht Stövers Darstellung nicht. Er teilt mit, dass der Fahrradständer im Bereich der Zufahrt zum Bahnhof abgebaut werden musste. „Dies war eine Auflage zum Förderbescheid für die Errichtung der Fahrradabstellanlage am Bahnhof.“

Die Einrichtung eines Fahrradverleihs im alten Schuppen neben den Bahnhof sei seinerzeit selbst ein Vorschlag von Stöver im Rahmen seiner Bewerbung um das Areal gewesen und habe mit weiteren Vorstellungen zur Nutzung auch Berücksichtigung im seinerzeitigen Kaufvertrag gefunden. „Diese Idee wurde nunmehr erneut aufgegriffen“, so Ufferfilge. Was die Erweiterung des Hotels angeht, befänden sich „diese Vorstellungen noch in der Klärungsphase“. Ufferfilge sagt, er wolle einer öffentlichen politischen Beratung nicht vorgreifen.

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