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Pfingsten wird in Wildeshausen Gildefest gefeiert

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Von: Dierk Rohdenburg

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Proklamation des Schafferpaares im Jahr 2019 auf dem Wildeshauser Marktplatz.
Proklamation des Schafferpaares und Vorstellung des Königspaares im Jahr 2019 auf dem Wildeshauser Marktplatz. © Schützengilde

Wildeshausen – Die Offiziere der Wildeshauser Schützengilde haben vor wenigen Tagen einstimmig beschlossen, dass es zu Pfingsten ein Gildefest mit Schafferproklamation und Königsschießen in der Kreisstadt geben soll.

Pandemiebedingt wird es wohl geringfügige Änderungen im Programmablauf geben müssen, heißt es von der Gilde. Die verschiedenen Ausschüsse arbeiteten gerade an den Details. „Wir bitten zu diesem Zeitpunkt aber um Verständnis, dass wir noch keine Details bekanntgeben können, da wir uns angesichts der Pandemie verschiedene Optionen offenhalten müssen“, so Willi Meyer, Oberst der Wildeshauser Schützengilde, in einer Pressemitteilung. „Die Vertreter der Ausschüsse werden aber in den nächsten Wochen Entscheidungen treffen, die dann auch zeitnah kommuniziert werden sollen. Wir freuen uns alle sehr auf ein Gildefest 2022!“.

Vor wenigen Tagen hatte die Schützengilde angekündigt, dass das für März abgesagte Schaffermahl im April doch noch gefeiert werden soll.  

Artikel vom 17. März:

Ursprünglich sollte das Schaffermahl der Wildeshauser Schützengilde am vergangenen Mittwoch über die Bühne gehen. Der Termin wurde wegen der Corona-Regelungen abgesagt, doch nun sieht die Planung vor, dass Ehrengast und Präsident der Bremischen Bürgerschaft Frank Imhoff am 28. April ab 17 Uhr zu Gast im historischen Rathaussaal ist.

Das Schaffermahl wird als Heringsessen auf Einladung des Obersts und des Generals der Gilde ausgerichtet. Ständige Teilnehmer sind der König, der Schaffer, die Offiziere der Gilde sowie die Ratsmitglieder der Stadt Wildeshausen.

„Pandemiebedingt sind wir in diesem Jahr aber leider gezwungen, den Teilnehmerkreis so klein wie möglich zu halten“, so Willi Meyer, Oberst der Gilde, in einer Pressemitteilung von Donnerstag. „Zunächst sind wir aber froh, dass wir nach zwei Jahren, in denen wir pandemiebedingt kein Schaffermahl veranstalten konnten, wieder eine derartige Veranstaltung haben.“

Frank Imhoff mit einem von Ulrich Kramer gefertigten Papagoy in der Bremischen Bürgerschaft.
Frank Imhoff mit einem von Ulrich Kramer gefertigten Papagoy in der Bremischen Bürgerschaft. © Bürgerschaft

Der Teilnehmerkreis soll in diesem Jahr reduziert sein auf die Vertreter des Rates, das Offizierskorps, die Wahlmänner der Kompanien, Gäste des Königs und des Schaffers, den Ehrengast sowie als Vertreter der Verwaltungen den Landrat Christian Pundt.

Erstmalig im Jahr 1492 ausgerichtet

Die Schaffermahlzeit der Neuzeit (seit 1978) soll nach Angaben der Gilde in keiner Weise das Bremer Schaffermahl kopieren. Es hat seine eigene Tradition und ist älter als das Bremer Schaffermahl, das auf 1545 datiert ist.

Die Wildeshauser Aufzeichnungen sagen, dass bereits 1492 für gemeinsame Mahlzeiten besondere Schaffer gewählt wurden. Auch hat der Schaffer in Bremen eine andere Bedeutung, gilt er doch dort im maritimen Bereich als Proviantmeister und Herbei-Schaffer von Lebensmitteln vor Antritt einer längeren Schiffsreise.

In Wildeshausen war der Ausdruck Schaffer hingegen die spezielle Bezeichnung eines Würdenträgers der Gilde. Hatte er doch nach seiner Wahl dafür Sorge zu tragen, dass im darauffolgenden Jahr zu Pfingsten die Gilde in alter Tradition ihr Fest feiern konnte. Auch musste der Schaffer mit seinem Team das gesamte Fest ausrichten, es durchführen und vor allem anschließend abrechnen. Dazu gehörte die Totenlade, eine Sterbekasse, die Härtefälle für Hinterbliebene ausgleichen sollte.

Im Jahr 1978 erneut ausgerichtet

Unregelmäßig kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zur Abschaffung des Schaffermahls, auch weil die Kirche sich „über Ausschweifungen des Gildefestes“ beschwert hatte. Im März 1978 hatten Stadt und Gilde das Schaffermahl nach längerer Zeit wieder aufleben lassen. Heringsessen und Tabakskollegium wurden ein fester Bestandteil des Schaffermahls. Im Jahr 2020 und 2021 konnte das Schaffermahl in Wildeshausen pandemiebedingt nicht ausgerichtet werden.

Imhoff ist seit 2019 Präsident der Bremischen Bürgerschaft, der er seit 1999 als Abgeordnete angehört. Er hat schon mehrmals beim Königsschießen teilgenommen – bislang erfolglos.

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