Kindergarten „Knaggerei“ erneut als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert

Wo Fragen mit Versuchen beantwortet werden

Einige interessante Versuche am Schrägbrett.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Ein Zertifikat aus dem Jahr 2014 ziert bereits den Eingang des Kindergartens „Knaggerei“ in Wildeshausen. Und ein zweites kommt nun schon bald dazu. Denn erneut wurde die Einrichtung als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert – vom lokalen Netzwerkpartner der gleichnamigen Stiftung.

„Damit wird belegt, dass in unserem Kindergarten das Interesse an Naturwissenschaften und Technik gefördert wird“, erklärt Kindergartenleiterin Monika Schäfer. Will heißen, dass die Kinder spielerisch an die verschiedenen Dinge herangeführt werden. „Vieles, was wir in Angriff nehmen, resultiert aus Gesprächen oder Fragen der Kinder“, sagt Erzieherin Tatjana Kasper, die mit dem Projekt beauftragt ist: „Fragen der Kinder werden eben nicht einfach nur in der Theorie beantwortet, sondern im Rahmen von Versuchen aufgeklärt und beantwortet.“

Das war auch gestern zu beobachten, als die Mädchen und Jungen in einem kleinen Wasserbecken erkundeten, was denn nun schwimmt und was nicht. „So können wir den Kleinen alles in der Praxis vermitteln, was natürlich wesentlich effizienter und nachhaltiger ist“, betont Schäfer. Dabei stellten die Kinder fest, dass eine Feder oder ein Blatt sehr wohl auf dem Wasser bleiben, während ein Teelicht eher den Boden sucht. „Hier, wenn ich den langsam reinlege, schwimmt er. Wenn ich ihn reinwerfe, geht er unter“, freute sich ein Junge, der einen Kronkorken in der Hand hielt und mehrmals seinen Versuch präsentierte.

Ein anderer Junge war mit einem Tageslichtprojektor beschäftigt und stellte fest, dass es wichtig ist, Formen oder Buchstaben richtig herrum hinzulegen, damit sie auf der Leinwand auch so erscheinen, wie sie sollen: „Dabei muss man immer ganz genau überlegen, wie es nun sein muss.“

Was passiert, wenn wir verschiedene Dinge auf ein schräges Brett legen? Dieser Frage gingen auf dem Spielplatz einige Kinder nach. Schnell war klar, dass runde Stämme sehr schnell runterrollen, während zum Beispiel eine Getränkekiste geschoben werden muss, wenn das Brett nicht steil genug gelegt wird. Ein weiteres Ergebnis war, dass sich die Kiste auf einer Schräge viel leichter bewegen lässt als auf einem geraden Untergrund.

„Für das Zertifikat müssen schon einige Experimente nachgewiesen werden, die Stiftung möchte Beispiele“, erklärte Kasper. Zudem sei es Pflicht, dass sich die Erzieherinnen an Fortbildungen beteiligen, um den Kindern diese Dinge vermitteln zu können: „Allerdings liefern wir den Kindern nicht die Lösungen, sondern stoßen sie an, diese selbst zu erforschen. Das ist für sie interessanter als langwierige Vorträge.“

Ein dickes Lob sprach Schäfer allen Kolleginnen aus: „Sie haben einen ganzen Sonnabend geopfert, um an einer Team-Fortbildung zum Thema ,Technik‘ teilzunehmen, damit wir alle auf dem gleichen Stand sind und uns den Fragen stellen können.“

Mehr zum Thema:

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Verden: Tanz macht Schule 

Verden: Tanz macht Schule 

Meistgelesene Artikel

Verstärkung für das Frauenarzt-Team im Johanneum

Verstärkung für das Frauenarzt-Team im Johanneum

Investor bietet 70 Parkplätze an

Investor bietet 70 Parkplätze an

Bauerngolf als touristische Bereicherung?

Bauerngolf als touristische Bereicherung?

Kommentare