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Fotovoltaik für Sporthalle Holbeinschule

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Von: Dierk Rohdenburg

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Platz für eine
Platz für eine © Auf dem Dach der Sporthalle der Holbeinschule in Wildeshausen soll eine Anlage installiert werden. Foto

Wildeshausen – Die Stadt Wildeshausen plant, nach der Wallschule und dem Kindergarten an der Weizenstraße mit der Sporthalle der Holbeinschule das dritte städtische Gebäude mit einer Fotovoltaikanlage zu bestücken.

Diese Grundsatzentscheidung gab es in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses. Über die Geschwindigkeit, in der die Stadt Gebäude daraufhin untersucht, ob Kollektoren auf dem Dach installiert werden können, herrschte allerdings große Meinungsverschiedenheit.

Die CDW-Fraktion hatte einen Antrag eingebracht, dass die Stadtverwaltung unter Einbeziehung der Energieberatung des Landkreises ermitteln soll, welche maximale Belegung auf städtischen Gebäuden möglich ist. Ratsherr Jens-Peter Hennken (CDW) ist unzufrieden damit, dass es bislang kaum Untersuchungen gibt und fordert, dass die Stadt dabei viel schneller vorankommen muss.

Der Antrag wurde jedoch von SPD, CDU und UWG als populistisch bezeichnet und mit großer Mehrheit abgelehnt. „Die Stadtverwaltung ist schon lange auf dem richtigen Weg. Diesen Antrag teilen wir nicht“, kritisierte Stephan Dieckmann (SPD). Rainer Kolloge (UWG) sprach von „Aktionismus“ der CDW. Es sei „perfide“, die Stadtverwaltung mit Aufträgen einzudecken. Dieser Antrag sei „irrwitzig“, denn die Verwaltung könne schließlich nach und nach alle Gebäude überprüfen.

Dem schloss sich Baudezernent Manfred Meyer an. Man habe bereits den Auftrag vom Rat erhalten, zu ermitteln, wo überall Fotovoltaik realisiert werden könne. „Wir schauen bei Neu- und Umbauten auf die Möglichkeiten“, so Meyer. Eine komplette Überprüfung aller städtischen Liegenschaften sei mit Bordmitteln der Verwaltung aber nicht zu schaffen.

Bekannt ist, dass das Feuerwehrhaus in der Pagenmarsch so gebaut wurde, dass dort eine Anlage installiert werden könnte. Allerdings sind nach Angaben von Kämmerer Thomas Eilers lediglich 50.000 Euro dafür eingeplant – viel zu wenig, um das Projekt zu realisieren. „Das müssen wir im Rahmen der nächsten Haushaltsberatungen beordnen“, betonte er.

Stadt will Anlage selbst installieren

Immerhin kann er nun auf die Grundsatzentscheidung bauen, eine Anlage auf der Sporthalle der Holbeinschule zu errichten. Seinen Ausführungen zufolge ist die Installation in eigener Initiative die wirtschaftlichste Variante. Die Anlage soll das Gebäude versorgen, der Rest der Strommenge wird zu den üblichen Kosten ins Netz gespeist. Wie teuer das Projekt wird, sagte Eilers nicht, und auch kein Ausschussmitglied verlangte in der Sitzung darüber Auskunft. Der Stadt liegt zudem bald ein Angebot der Bremer Energiegenossenschaft vor, das aber dann wohl nicht mehr zum Tragen kommen dürfte.

Dem Ausschuss wurden weitere Varianten vorgestellt, beispielsweise das Gebäude durch einen externen Dienstleister mit einer Anlage ausstatten zu lassen und Ökostrom vom eigenen Dach zu beziehen. Denkbar wäre es auch gewesen, einen Dienstleister zu beauftragen, der den Strom ins öffentliche Netz einspeist und lediglich Pacht für die Nutzung der Dachfläche bezahlt.

„Wir sollten das selbst machen und Erfahrungen damit sammeln“, betonte Rainer Kolloge (UWG). Evelyn Goosmann sah das ähnlich, machte aber deutlich, dass sich die SPD schon beim Bau der Sporthalle die Installation einer Fotovoltaikanlage gewünscht habe. „Wir sind alle viel zu spät dran“, sagte sie angesichts der derzeitigen misslichen Situation in Deutschland, dass ein Großteil der fossilen Energieträger aus Russland bezogen werden muss.  

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