Sabine Müller aus Wildeshausen in Berlin

Flüchtlingshelferin bei Angela Merkel

140 Vertreter von Flüchtlingsinitiativen aus dem gesamten Bundesgebiet waren in Berlin bei Kanzlerin Angela Merkel zu Besuch. Sabine Müller (gekennzeichnet durch den Pfeil) war aus Wildeshausen dabei. - Foto: dpa

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Die Einladung stand schon seit dem 20. Januar. Vor wenigen Tagen klappte es dann endlich, dass 140 Vertreter von Flüchtlingsinitiativen aus dem Bundesgebiet zu Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin kamen. Sabine Müller aus Wildeshausen war als einzige Aktive aus dem Landkreis Oldenburg dabei. Sie zeigte sich beeindruckt davon, dass Merkel gut informiert war und sich für ganz spezielle Probleme interessierte.

Einerseits gab es eine Podiumsdiskussion, andererseits hatten die Teilnehmer des Treffens viel Gelegenheit für einen Austausch untereinander und eine Führung in der Regierungszentrale. Müller ist seit Ende 2014 aktiv. Sie engagierte sich zunächst in der Kleiderkammer, als die Flüchtlinge in den Sporthallen des Gymnasiums und der Berufsbildenden Schulen untergebracht werden mussten. Mittlerweile engagiert sie sich im Rahmen der Wildeshauser Willkommens-Initiative in den Bereichen Kindergärten und Schulen.

„Die Abstimmung ist hier in der Kreisstadt sehr gut“, stellt sie fest. Müller betreut zehn Familien mit rund 50 Kindern aus Syrien und Afghanistan intensiv und kümmert sich zusammen mit Kristiane Helter, Kreszentia Flauger und Silke Grabbe um viele weitere Geflüchtete. Dabei ist es zwar das Ziel, dass dieser Personenkreis bald ohne große Hilfe auskommt. Doch noch immer gibt es viele Hürden zu überwinden. Beispielsweise bei Elternabenden, bei denen bislang noch keine Sprachmittler dabei sind, sodass viele Mütter und Väter aus dem Ausland nicht alles verstehen können, was besprochen wird.

Regelmäßig aktiv: Sabine Müller und Kristiane Helter (r.) von der Flüchtlingsinitiative in Wildeshausen.

Müller hatte sich in der Nacht vor dem Termin ein Hotel in der Bundeshauptstadt gebucht, um pünktlich im Bundeskanzleramt zu sein. „Der Empfang und das daran anschließende Gespräch mit den vielen Ehrenamtlichen und der Kanzlerin haben mich sehr beeindruckt“, bilanziert sie. „Frau Merkel übernahm die Begrüßung persönlich. Sie ließ sich mit großem Interesse und vertiefenden Nachfragen auf die Flüchtlingshilfe ein. 

Ihre Nachfragen ließen ein hohes Ausmaß an Empathie und Sachkenntnis der Gegebenheiten in den Städten und Kommunen erkennen. Auch Versäumnisse sowie Fehler, die gemacht wurden, und all die Dinge, die noch zu tun sind, wurden nicht ausgespart“, berichtet Müller. So habe die Kanzlerin viel mehr Fragen aus dem Kreis der Ehrenamtlichen zugelassen, als abgesprochen war. „Sie nahm zudem kritische Anmerkungen der Helfer entgegen. Andererseits wurde mir deutlich, dass sie sehr wohl die Bürger wahrnimmt, die sich – aus welchen Gründen auch immer – der Unterstützung für die Geflüchteten verschließen“, so Müller.

Aus der eigenen Arbeit berichtete die Wildeshauserin im kleineren Kreis darüber, wie sehr sich die Menschen hier engagiert haben und dieses in Patenschaften immer noch tun – wobei weitere Freiwillige für die Betreuung gesucht werden.

„Eine Patenschaft in Wildeshausen zu übernehmen, wird immer leichter, da die meisten der zu begleitenden Menschen mittlerweile schon recht gut deutsch sprechen können“, so Müller. „Die Arbeit der Paten ist ungeheuer wichtig: In Gesprächen kann das Erlernte vom Deutschunterricht geübt, können auftretende Fragen rund um das deutsche Leben beantwortet werden, und deutsche Kontakte, die sich die meisten sehnlichst wünschen, entstehen.“

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