87 Flüchtlinge am Gymnasium /Widukind-Halle bereits eingerichtet

Vollbelegung in der einen Halle, Aufbau in der anderen

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Die Männer haben einen separaten Bereich in der Halle.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Seit Freitagabend sind 87 Flüchtlinge, zumeist aus dem Irak, Syrien und Afghanistan, in der Sporthalle am Wildeshauser Gymnasium untergebracht. Darunter sind 38 Kinder. Mit der Hilfe des Roten Kreuzes, der Malteser und vieler Freiwilliger wurde vor Ort eine Kleiderkammer eingerichtet, weil viele Flüchtlinge keine warmen Sachen dabei haben.

„Wir ziehen den Hut vor eurer Hilfsbereitschaft. Vielen Dank für die unzähligen Spenden“, heißt es auf der Facebook-Seite der Malteser in Wildeshausen. „Wir wurden beinahe überlaufen und versuchen nun, die Spenden zu sortieren und an die Flüchtlinge weiterzuleiten. Hierbei werden wir ebenfalls tatkräftig von freiwilligen Helfern unterstützt. Auch dafür vielen Dank.“

Aus der Kleiderkammer brachte Margret Hentemann vom Roten Kreuz kurzfristig Socken, Unterwäsche und Kinderjacken, weil es daran fehlte. Sie fanden schnell Abnehmer.

In erster Linie ging es für die Malteser am Wochenende jedoch darum, den Betrieb am Gymnasium zu stabilisieren. Gleichzeitig richteten sie mit der tatkräftigen Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr die Widukind-Halle bei den Berufsbildenden Schulen ein, wo am Montag weitere 100 Flüchtlinge erwartet werden. In den beiden Hallen können im Extremfall alle 300 Flüchtlinge untergebracht werden, die Wildeshausen bis Donnerstag im Rahmen der Amtshilfe für das Innenministerium aufnimmt, so Malteser-Einsatzleiter Roman Kaminski.

Sven Steinbeck ist Einrichtungsleiter der Malteser in der Sporthalle am Gymnasium. „Wir sind rund um die Uhr vor Ort“, berichtet er. „Für uns ging es erst einmal darum, Ruhe reinzubringen. Das ist gut gelungen“, bilanzierte er am Sonntagmorgen. „Die Flüchtlinge wissen, dass es hier eine Extrem-Situation ist. Dafür sind sie sehr ausgeglichen.“

Flüchtlinge in Wildeshauser Gymnasiumshalle untergebracht

Die Halle wurde in zwei Bereiche eingeteilt. In einem Areal finden nur Familien mit ihren Kindern Platz. Männer sind im anderen Areal untergebracht. Es gibt einen Spiel- und einen Sanitätsbereich. An zwei Stationen können die Ankömmlinge ihre Handys aufladen. Es fehlt jedoch an Regalen und persönlichen Zonen. Viele Kleidungsstücke hängen über den Abtrennungsgittern oder liegen auf sowie neben den Betten.

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