Flüchtlinge erhalten Einblicke in Berufsalltag/Ziel ist die schnelle Integration

„Die Schüler sind lernwillig, aufgeschlossen und fleißig“

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Omar (l.) aus dem Sudan und Mahmoud aus Syrien verstanden sich gleich gut mit den Senioren im Alexanderstift.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Der Funke sprang sofort über, als sich Omar aus dem Sudan und Mahmoud aus Syrien zu zwei älteren Damen im Wildeshauser Alexanderstift setzten. Sie scherzten und unterhielten sich über Schulutensilien. Von Befangenheit keine Spur.

Der 20-jährige Sudanese und der 19-jährige Syrer gehören zu einer Gruppe junger Flüchtlinge, die eine Sprach- und Integrationsklasse an den Berufsbildenden Schulen (BBS) des Landkreises Oldenburg besuchen. Im Rahmen des Projekts können derzeit 51 Schüler im Alter von 18 bis 21 Jahren die deutsche Sprache lernen. Sie erhalten zudem eine Einführung in regionale Kultur und Lebenswelten sowie in das Berufs- und Arbeitsleben.

„Diese Menschen bekommen wir alle in den Arbeitsmarkt“, ist Oberstudienrat Axel Möhl überzeugt. „Die Schüler sind fleißig, aufgeschlossen und lernwillig.“

Die BBS haben für das Projekt, das vom Kultusministerium finanziert wird und auf ein Jahr befristet ist, Mitarbeiter mit geeigneten Qualifikationen gesucht und Verträge abgeschlossen. Die Gesamtmaßnahme wird bis August 2018 gefördert.

Zum dritten Modul der Ausbildung gehört der praktische Unterricht in den Berufsfeldern Pflege, Hauswirtschaft, Farb- und Raumgestaltung sowie Bautechnik. In diesem Rahmen sollen die Schüler Praktika in Betrieben der Region absolvieren und sich orientieren, welcher Ausbildungsberuf für sie infrage kommt.

Der Leiter des Alexanderstiftes, Sascha Lücke, zeigte den jungen Männern , wie seine Einrichtung arbeitet. Dabei demonstrierte er auch, wie Senioren mit einem Lifter aus dem Bett geholt werden können. Im Alexanderstift arbeiten schon jetzt Menschen verschiedener Herkunft. „So haben wir Angestellte aus der Ukraine und Polen“, erzählte Lücke. „Syrer sind hier aber noch nicht tätig.“

Nach Einschätzung von Fachlehrerin Hella Einemann-Gräbert ist es für die jungen Flüchtlinge gar kein Problem, in der Pflege oder in der Küche zu arbeiten. Manche von ihnen kennen diese Arbeit aus dem häuslichen Umfeld in ihrer Heimat. Sie hatten zudem kaum Berührungsängste im Kontakt mit alten und gebrechlichen Menschen.

Die BBS würden ihr Programm gerne noch ausweiten. Es fehlt jedoch an Räumen und Personal. Dennoch soll es ab Sommer weitere Sprachlernklassen geben. Ziel ist es, die jungen Menschen so auf das Arbeitsleben vorzubereiten, dass sie sich schnell qualifizieren können.

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