Der Syrer Mohammad Haji Abdul Majid ist als Hausmeister beschäftigt

Flüchtling hilft bei der Tafel mit

Einsatz für die Tafel: Mohammad Haji Abdul Majid (rechts) und Gerd Aring.
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Einsatz für die Tafel: Mohammad Haji Abdul Majid (rechts) und Gerd Aring.

Wildeshausen – Mohammad Haji Abdul Majid sitzt am Donnerstagnachmittag kurz nach 13 Uhr draußen in der Pausenecke der Wildeshauser Tafel und trinkt einen Kaffee, raucht eine Zigarette. Noch ist nicht geöffnet, aber die ersten Menschen stellen sich schon an. Die Ausgabe beginnt bald. Und Majid ist wieder mit dabei. Seit diesem Monat ist der Syrer fest bei der Tafel angestellt, arbeitet 20 Stunden pro Woche.

2016 kam der 39-Jährige nach Deutschland. Er war vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat geflohen. In Idlib kochte er in einem Restaurant. Doch das wurde zerstört. In Deutschland musste er sich alles neu aufbauen. Das Jobcenter vermittelte ihm schließlich einen Ein-Euro-Job bei der Tafel.

Nach einigen Verlängerungen wurde er ein gutes Jahr später fest übernommen. Majid ist Hausmeister, kümmert sich um alles, was so anfällt. „Von der Ausgabe der Lebensmittel über die Reinigung im Gebäude bis hin zu kleineren Reparaturen“, schwärmt der Tafel-Vorsitzende Gerd Aring von den Fähigkeiten seines Mitarbeiters. Der sei absolut zuverlässig, freundlich und bestens integriert.

Ein-Euro-Job mündet in Festanstellung

Majid hört interessiert zu und lächelt. Er kann sich auf Deutsch verständigen, versteht aber nicht so viel und spricht auch nicht oft. „Er arbeitet gerne allein“, sagt Aring. Und das offenbar so gut, dass die Tafel ihn unbedingt halten wollte.

Ihm mache die Arbeit Spaß, sagt Majid. Sein Sohn sitzt neben ihm und übersetzt ein bisschen. Der Junge, eins von vier Kindern, arbeitet auch hin und wieder bei der Tafel mit. Der Kontakt kam über die Schule zustande.

Aring berichtet weiter, als ihm plötzlich einfällt, dass heute ja viel zu viele Bananen vorhanden sind. Die Tafel ist auf Lebensmittelspenden angewiesen und hat manchmal jede Menge Produkte einer bestimmten Sorte. Die Südfrüchte sollen natürlich unter die Leute gebracht werden. Schnell stellt Majids Sohn eine Kiste mit Bananen so auf das Tafel-Gelände, dass sich die Kunden dort bedienen können. Die anderen Waren erhalten sie allerdings erst im Gebäude.

Die Einrichtung hatte den Reinigungsauftrag auch mal an eine Firma vergeben. Aber richtig zufrieden war Aring nicht. Jetzt hebt er die Hilfsbereitschaft des neuen Hausmeisters hervor. Der 39-Jährige könne auch mal spontan helfen.

Majid lebt mit seiner Familie in einem Reihenhaus in Wildeshausen, hat sich gut in den Alltag eingefügt. „Ich möchte hier bleiben“, sagt er zufrieden.  bor

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