Paula Esperanza flüchtete aus Angola und hilft im Mehrgenerationenhaus

Flinke Finger helfen bei Näharbeiten

An der Nähmaschine: Sanda Scholz (l.) und Paula Esperanza. Foto: Rohdenburg

Wildeshausen – Die Nähmaschine surrt, während Paula Esperanza auf das Pedal tritt. Dabei lässt sich die 37-jährige Angolanerin nicht davon aus der Ruhe bringen, dass um sie herum Kinder tollen und ständig neue Besucher mit verschiedensten Anliegen ins Mehrgenerationenhaus an der Wildeshauser Bahnhofstraße treten.

Esperanza bietet jeden Donnerstag unter dem Projekttitel „Bunte Vielfalt“ Hilfe zur Selbsthilfe an. Sie zeigt Interessierten, wie sie selbstständig Hosen kürzen oder Kleidungsstücke und Taschen nähen können.

„Wir freuen uns, dass wir sie hier haben“, sagt Sandra Scholz, Leiterin des Mehrgenerationenhauses. Denn Esperanza ist ein gutes Beispiel für gelungene Integration von Menschen in der Kreisstadt. Ihr Partner Makenda, ebenfalls aus Angola, arbeitet bei Atlas Weyhausen, ihre Kinder besuchen hier die Schulen und werden regelmäßig im DRK-Haus betreut. Schon bald möchte Esperanza heiraten und eine Ausbildung beginnen, die etwas mit Menschen zu tun hat. Das ist aber gar nicht so leicht, denn ihr fehlten eine beglaubigte Geburtsurkunde aus Angola ebenso wie die Papiere über ihren Schulabschluss. „Er ist mit dem Abitur in Deutschland vergleichbar“, sagt Esperanza. Da sie den Schulbesuch jedoch nicht belegen kann, wird sie nun ein Jahr lang bei der Volkshochschule in Wildeshausen büffeln, um das nötige Papier in den Händen zu halten.

Die 37-Jährige kam 2005 nach Deutschland. Sie flüchtete aus ihrer Heimat, weil ihre Eltern politisch aktiv waren und auch sie Repressalien befürchten musste. Zunächst lebte Esperanza zwei Jahre in Braunschweig. Dort lernte sie auch ihren Partner kennen, der zu Besuch bei Bekannten war. Seit elf Jahren wohnt die Angolanerin in Wildeshausen. Ihre drei Töchter sind zwei, acht und zehn Jahre alt.

Weil sie sich engagieren wollte, meldete sich Esperanza im Mehrgenerationenhaus, das sie wegen der Betreuung ihrer Kinder bereits kannte. Scholz ermunterte sie, Taschen für ein plastikfreies Wildeshausen zu nähen und ihr Wissen an Hilfesuchende weiterzugeben. Sie beantragte auch die Projektmittel beim Landkreis Oldenburg, um Material erwerben zu können und Esperanza eine Aufwandsentschädigung zu zahlen. Mittlerweile hängen diverse Taschen aus unterschiedlichen Stoffen in jeder Größe und Form an einer Stange im DRK-Haus und können gegen ein Entgelt von bis zu drei Euro gekauft werden.

Jeden Donnerstagvon 9 bis 11 Uhr bietet Esperanza zudem ihre Hilfe für alle an, die nicht genau wissen, wie sie mit der Nähmaschine umgehen sollen. „Wir haben vier Maschinen hier“, so Scholz. „Paula zeigt, wie man beispielsweise Hosen kürzt sowie umnäht und gibt Tipps.“

Das Angebot ist übrigens kostenlos. Über Geld- und Materialspenden freuen sich die die Mitarbeiter des Mehrgenerationenhauses aber selbstverständlich.  dr

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