Kundgebung gegen Querdenken auf dem Marktplatz mit rund 50 Teilnehmern

Flauger: „Laute Minderheit, die nach rechts driftet“

Kundgebung auf dem Marktplatz: Rund 50 Menschen protestierten gegen Querdenker-Spaziergänge.
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Kundgebung auf dem Marktplatz: Rund 50 Menschen protestierten gegen Querdenker-Spaziergänge.

Wildeshausen – Das Bündnis, das unter dem Motto „Nachdenken statt Querdenken“ derzeit jeden Montag ab 18 Uhr eine Kundgebung auf dem Wildeshauser Marktplatz abhält, wird breiter. Die Teilnehmerzahl sank jedoch ein wenig zu den vorangegangenen Veranstaltungen.

„Dreimal ist Wildeshauser Recht!“ hieß es am Abend vom SPD-Ortsverein Wildeshausen, Bündnis 90/Die Grünen in Wildeshausen, dem Kreisverband Die Linke, den Jusos Wildeshausen-Harpstedt-Dötlingen sowie dem Bündnis „MiCOU“ (Mit Courage gegen Rechts) Wildeshausen.

Rund 50 Menschen versammelten sich vor dem Rathaus, weil erneut in den sozialen Netzwerken zu einem „Abendspaziergang“ von Gegnern der Coronamaßnahmen aufgerufen worden war.

In der Tat gab es abseits der Versammlung kleinere Gruppen – insgesamt 20 Personen, die auf Mund-Nasen-Schutz verzichteten und den Kundgebungsbeiträgen nur wenig Beachtung schenkten. Wenn sie ohne Masken den Marktplatz betraten, wurden sie von der Polizei auf die nötigen Schutzvorkehrungen hingewiesen.

Redner beziehen klar Stellung

Im Rahmen der Veranstaltung bezog Kreszentia Flauger (Linke) zu Querdenker-Themen Stellung und bezog sich auf Aussagen im Forum „Querdenken 411“ aus Oldenburg. Sie verwies darauf, dass sich diese Bewegung auf das Grundgesetz beruft und die sofortige Aufhebung der Einschränkungen der Grundrechte durch die Corona-Verordnung fordert. „Doch was ist mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit, wenn Menschen von Maskenverweigerern infiziert werden, schwer erkranken oder sterben?“, fragte sie. „Es sind derzeit Schutzmaßnahmen erforderlich.“ Dass die Querdenker „wir sind das Volk“ skandierten und an die Montagsdemos in der DDR erinnerten, sei völlig vermessen. „Nein, ihr seid nur eine laute Minderheit, die immer weiter nach rechts driftet“, kritisierte Flauger.

Im Anschluss ging Ralf Beduhn (MiCOU) auf „Querdenkenden-Strömungen“ ein, Mette Meyer (Jusos) sprach über „Menschenfeindlichkeit der Querdenker“ und Thomas Konitzer (Grüne) über „Dialog und Klarheit. Wir kommen nur gemeinsam durch die Pandemie“. Beduhn zeigte auf: „Es muss an erster Stelle das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit gelten. Es sterben derzeit 400 Menschen täglich mit Corona in Deutschland. So viele, wie die Passagiere von zwei mittelgroßen Flugzeugen.“ Da sei es ihm unverständlich, wie man behaupten könne, dass Corona keine gefährliche Krankheit sei.  

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