Standortnachteil für die Innenstadt

Flauger hat kein Verständnis für Grünen-Kritik

Die Stellflächen auf dem Gildeplatz sind eng bemessen. Das soll sich nach Möglichkeit bald ändern. - Foto: dr

Wildeshausen - Kein Verständnis hat die Wildeshauser Linken-Ratsfrau Kreszentia Flauger für die Kritik der Grünen am Beschluss zur Verbreiterung der Stellflächen auf dem Gildeplatz. „Ich habe den Eindruck, die Grünen sprechen über einen anderen Platz, jedenfalls nicht vom Gildeplatz. Denn dort muss man wirklich keinen Geländewagen haben, um handfeste Platzprobleme zu bekommen. Darum sind die Stichworte der Grünen, wie Autoaufrüstungsrunden und verantwortungslose Konsumenten, auch in diesem Zusammenhang völlig unangebracht“, so Flauger in einer Stellungnahme. „Wer die Augen aufhält, kann sehen, wie schwierig es für nicht mehr ganz so bewegliche Menschen ist, die Autotür so aufzuhalten, dass sie das Nachbarauto nicht berührt, und dabei dann ein- oder auszusteigen. Ich habe schon wiederholt älteren Mitmenschen dabei geholfen. Auch wer ein Kind oder einen Einkaufskorb durch die Tür bekommen möchte, stößt schnell an die Grenzen des Machbaren.“

Flauger weist darauf hin, dass selbst bei kleinen Autos die Türen heute aus Sicherheitsgründen dicker seien als früher und daher zum Ein- und Aussteigen mehr Platz nötig sei. Darum sei die vorgeschriebene Parkplatzbreite von 2,30 Meter nach Meinung vieler Fachleute auch nicht mehr zeitgemäß. Sie habe im Übrigen stichprobenweise acht Plätze nachgemessen. Die meisten seien 2,26 oder 2,27 Meter breit gewesen, der breiteste auch nur 2,29 Meter. Dass – wie von den Grünen ausgeführt – die meisten Parkflächen in der Stadt, etwa bei Supermärkten oder beim Krankenhaus, ähnlich gestaltet seien, bestreitet Flauger. Sie vermisst bei den Grünen den Gedanken der Innenstadtförderung: „Wir – auch die Grünen – sprechen im Rat immer wieder darüber, wie wir die Innenstadt vor zu viel Konkurrenz schützen und sie als Einkaufsort attraktiver machen können. Aber wenn es darum geht, den zentralen öffentlichen Innenstadtparkplatz nutzerfreundlich zu gestalten, dann blocken die Grünen ab.“ Wenn man die Parkplätze so eng lasse, dann fördere das nicht den Kauf kleinerer Autos, gebe aber oft genug den Ausschlag, lieber nicht in der Innenstadt, sondern woanders einzukaufen.

Flauger sieht sich durch ein Erlebnis beim Nachmessen der Parkplätze am Freitag in ihrer Auffassung bestätigt: „Als ich zu meinem recht schmalen Suzuki Wagon zurückging, hatte ein schlanker junger Mann mit einem normal großen Auto neben mir geparkt, stieg aus, ging zwischen unseren Autos durch – und knickte dabei aus Versehen meinen Rückspiegel ab. Als hätte es noch eines Beweises dafür bedurft, dass die Parkplätze verbreitert werden müssen“, so Flauger. 

dr

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