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„Umsetzung so schnell es geht“

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Von: Dierk Rohdenburg

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Kleine Hauser und viele Bäume: So stellen sich die Planer beispielhaft die Bebauung an der Dr.-Klingenberg-Straße vor.
Kleine Hauser und viele Bäume: So stellen sich die Planer beispielhaft die Bebauung an der Dr.-Klingenberg-Straße vor. © PP Hellmers

Wildeshausen – Die Pläne der Investoren Philipp und Peter Hellmers für das Diakoniegelände der Himmelsthür in Wildeshausen sollen nach der Vorstellung im Bauausschuss am Donnerstag nun den Fraktionen zur Beratung vorgelegt werden.

Erst wenn von dort Zustimmung oder Abstimmungsbedarf signalisiert wird, kann es zu einem Bauleitplanverfahren kommen.

„Ein interessantes Konzept“, urteilte Grünen-Fraktionsvorsitzender Klaus Schultze. Es seien viele gute Ansätze zu sehen, die aber über städtebauliche Verträge abgesichert werden sollten.

Mehrere Bauausschussmitglieder äußerten die Sorge, dass am Ende der Realisierung nur die Teile des Konzeptes der „Flachsbäker Heide“ verwirklicht werden, die den Investoren Geld einbringen. Aus diesem Grund wollte Matthias Kück (UWG) auch wissen, ob die Hellmers-Brüder die Vermarktung selbst vornehmen, und einen Zeitplan haben. „Wir vermarkten die Areale“, lautete die Antwort. „Die Umsetzung planen wir, so schnell es geht.“

Linken-Ratsfrau Kreszentia Flauger wollte in jedem Fall abgesichert haben, dass alle sozialen Gruppen auf dem Gelände zum Zuge kommen sollen. Wolfgang Sasse (CDU) betonte in diesem Zusammenhang: „An uns wird nichts vorbeigeplant.“ In jedem Fall müsse man die Anlieger bei den Planungen beteiligen. „Aber ich gehe da positiv ran“, so Sasse.

Die Hellmers-Brüder wollen auf dem Areal Arbeiten, Wohnen und Bildung verbinden. Dabei sollen alle Generationen zum Zuge kommen. Unter dem Motto „Zehn-Minuten-Nachbarschaft“ wollen sie ein Zusammenleben auf kurzen Wegen erreichen. Die Bewohner sollen den Bürgerbus ebenso nutzen können wie E-Bikes. Zudem sollen die meisten Bäume auf dem Gelände stehen bleiben. „Dazu wird es bewaldete Flächen geben, die nicht für den Grundstückskauf zur Verfügung stehen“, kündigte Philipp Hellmers an.

Artikel vom 12. Mai: Wie soll das Gelände der Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen entwickelt werden? Seit Jahren ist das in der Diskussion. Konkret werden die Planungen durch die beiden Wildeshauser Investoren Philipp und Peter Hellmers, die sich eine Kaufoption für einen Teil der Fläche gesichert haben.

Am Donnerstagabend stellten sie ihre Pläne für das Wohngebiet „Flachsbäker Heide“ im Bauausschuss vor und gingen dabei auch auf Bedenken hinsichtlich des Erhalts des Waldes sowie auf ein Mobilitätskonzept für das Areal ein.

Die Brüder Hellmers stellen ihr Projekt unter den Titel „Ein Stück Wildeshausen kehrt zurück“. Man habe sich klar an den Vorgaben des Konzeptes „Wildeshausen 2030“ orientiert, so Peter Hellmers. Ziel sei es beispielsweise, das „Haus Emsland“ zu erhalten und umzunutzen. In diesem „Ankergebäude“ könnten Mietbüros, Azubi-Wohnungen, ein Café und ein Veranstaltungssaal eingerichtet werden. Im „Haus Ammerland“ seien Seniorenwohnungen ebenso denkbar wie Einzelappartements und Wohngemeinschaften.

Es sind 65 Häuser auf dem Areal geplant

Die Hellmers-Brüder möchten auf dem Gelände die Akademie für Reha-Berufe und die Wildeshauser Tafel halten, aber Platz für die Norle (Thema Hospiz), Vereine wie das Musikkorps Wittekind und Bildungseinrichtungen bieten. Zudem ist dort ein „Hunte-Campus“ als Kompetenzzentrum für nachhaltige Bildung geplant, in dem es Teamtrainings und Führungskräfteausbildung geben könnte.

Zum Thema Wohnen erklärten die Hellmers-Brüder auf Nachfrage von Matthias Kück (UWG), dass 20 große und 20 kleine Häuser, 20 Reihenhäuser und fünf Mehrfamilienhäuser gebaut werden sollen. „Die versiegelte Fläche werden wir allerdings im Vergleich zum jetzigen Bestand reduzieren“, betonte Philipp Hellmers. Zudem solle durch eine Baumschutzsatzung und kleine Baufelder erreicht werden, dass bewaldete Flächen erhalten bleiben.

Kritik von Bürgermeister Jens Kuraschinski

Die Planer setzen auf zwei Zufahrtsstraßen. Die Dr.-Klingenberg-Straße soll eine Sackgasse bleiben, aber von Einfamilienhäusern gesäumt werden. Der Zuschlagsweg bleibt Sackgasse. Der Hauptverkehr dürfte über die Heilstättenstraße kommen und soll auf kleinere Parkplätze auf dem Gelände verteilt werden. Geplant ist, dass das gesamte Wohnprojekt CO2-neutral betrieben werden kann. Dafür wird es eine zentrale Wärmeversorgung geben.

Der Ausschuss nahm das Konzept zunächst zur Kenntnis. Bürgermeister Jens Kuraschinski kritisierte jedoch, dass man nur einen Entwurf vorliegen habe, der viel Gewicht auf Wohnen legt. „In Wildeshausen 2030 ist aber fixiert, dass dort kein Wohngebiet entstehen soll“, so Kuraschinski.  

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