Fischereiverein leiht sich spezielles Boot vom Landesfischereiverband, um möglichst viele Tier zu keschern/ 4000 Eier gesammelt

Gigantische Ausbeute an Lachseiern für das Bruthaus

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Erstmals wurde vom Boot aus auf Lachs und Meerforelle gefischt. Besonders gut waren die Fänge in der Hunte an der Aue-Mündung.

Wildeshausen - Mit einem Paukenschlag hat für die Wildeshauser Angler die Saison des Elektrofischens zur Laichgewinnung begonnen. Die Fischer fingen direkt im Auslauf der Auemündung ein kapitales Lachspärchen. Auch 30 Meerforellen bis 83 Zentimeter Länge holten die beiden E-Fischer Stephan Piening und Tobias Siemer an insgesamt drei Tagen an die Wasseroberfläche. 4000 Lachs-Eier wanderten direkt ins vereinseigene Bruthaus. Das ist ein Riesenerfolg, denn in den vergangenen Jahren waren stets Eier aus Dänemark zur Erbrütung dazugekauft worden, weil sich die Wanderfische rar gemacht hatten und man den Lachsstamm weiter stützen wollte.

Die gefangenen Meerforellen waren dagegen noch nicht in „Hochzeitsstimmung”, so Pressewart Thomas Kaiser. Etwa ab Mitte November beginne deren Paarungszeit.

„Die Lachse sind aber bereits jetzt an der Reihe”, sagt Ralf Siemer, der Beauftragte für Natur- und Umweltschutz im Fischereiverein Wildeshausen. „Die Lachse stehen in der Hunte, schwimmen dann nur kurz in ihren Bach zum Laichen und wandern wieder ab“, erzählt Siemer. Das Zeitfenster zum Fangen sei deshalb nur sehr klein.

Um möglichst viele Fische zu keschern und die Bestände zu sichten, hatte der Fischereiverein Wildeshausen erstmals für zwei Tage ein spezielles Boot vom Landesfischereiverband ausgeliehen. Zu fünft ging es auf der Hunte rauf und runter, besonders die Bereiche hinter dem Stauwehr in der Stadt und in den Mündungen der Aue, Flachsbäke und am Altonaer Mühlbach wurden intensiv „beackert“. „Experten sagen, dass man eigentlich nur rund zehn Prozent der Fische beim E-Fischen fängt. Deshalb ist das Ergebnis der ersten drei Tage gigantisch“, freuen sich Vereinschef Jens Pfänder und Siemer, der sich bald wieder täglich bis Ende März im Bruthaus um die Aufzucht kümmern wird.

Ohne Schlauchboot, dafür mit Wathose, geht es nun an allen Wochenenden in den drei Brutbächen weiter. Nicht nur Siemer ist optimistisch, dass die Rinnen im Bruthaus bis zum Jahresende voll sein werden. Im vergangenen Jahr wurden fast 200 Meerforellen gefangen und knapp 140000 Eier ausgebrütet – ein Rekord. Gedulden müssen sich dagegen die Angler: Bis März gilt für Forelle und Lachs eine strenge Schonzeit.

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