Baulücke an der Heiligenstraße wird geschlossen / Investoren gewinnen Rechtsstreit

Finkenzeller-Familie errichtet neues Haus

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Baujahr 1912: Das alte Ackerbürgerhaus wurde Anfang 2016 abgerissen, weil es marode war. ArchivFoto: bor

Wildeshausen – Mehr als 100 Jahre stand ein Ackerbürgerhaus an der Heiligenstraße 4 in Wildeshausen, bis es Anfang 2016 abgerissen wurde. Seitdem befand sich eine rund 500 Quadratmeter große Baulücke an der Straße. Nachdem ein längerer Rechtsstreit zugunsten der Investoren entschieden wurde, will die Familie Finkenzeller nun an der gleichen Stelle ein neues, zweigeschossiges Gebäude mit sechs Wohnungen und entsprechenden Stellplätzen hinterm Haus errichten. „Wir gestalten die Innenstadt etwas schöner“, freut sich Walter Finkenzeller, dass anstelle seines Elternhauses ein schmucker Neubau errichtet wird.

Vorgesehen ist eine Klinkerfassade, die sich unter anderem am naheliegenden Stadthaus orientiert. Das bedeutet allerdings, dass die alte Ansicht des traditionellen Ackerbürgerhauses nicht wieder zu sehen sein wird. Die zweigeschossige Bauweise wird vom Bebauungsplan vorgegeben. Die Wohnungen im ersten Stock sollen mit einem Fahrstuhl erreichbar sein. „Für ältere Leute, die in die Stadt ziehen wollen“, sagt Finkenzeller. „Und den Einkauf muss man wegen der Parkplätze hinterm Haus auch nicht weit schleppen.“

Das alte Gebäude war aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr zu sanieren gewesen, wie Walters Bruder Martin Finkenzeller 2015 im städtischen Bauausschuss argumentiert hatte. Er betonte damals mehrmals den ruinösen, maroden und für die Öffentlichkeit gefährlichen Zustand des Gebäudes. Die Politik stimmte bis auf Heiner Spille (UWG) für den Abriss. Der erfolgte dann auch im Februar 2016, aber danach tat sich lange nichts auf dem Grundstück zwischen der Bäckerei Schnittker und der „Kleinen Kneipe“.

Das lag an einem Rechtsstreit mit einem Nachbarn, dem die Familie Finkenzeller einst Überwegungsrechte für einen Fluchtweg eingeräumt hatte. Darauf beharrte der Mann, wurde jedoch in seiner Rechtsauffassung nicht vom Gericht bestärkt. Das entschied im Sinne der Investoren, die jetzt – endlich – loslegen dürfen.

Baugrube wird vorbereitet

Derzeit wird die Baugrube erstellt. Und wenn das Gutachten über die Tragfähigkeit des Bodens positiv und die Suche nach archäologisch bedeutsamen Hinterlassenschaften negativ ausfallen, darf auch gebaut werden. „Der Unternehmer steht Gewehr bei Fuß“, so Walter Finkenzeller. Allerdings gelten einige Einschränkungen.

So können an Donnerstagen, wenn Wochenmarkt ist, keine schweren Maschinen arbeiten oder Baumaterial angeliefert werden. „Wir müssen sehr viel Rücksicht nehmen“, sagt Finkenzeller. Außerdem könne wegen des begrenzten Platzes kein Kran aufgebaut werden. Überhaupt stellten die schmale Heiligenstraße beziehungsweise die Ein- und Ausfahrt aus derselbigen eine Herausforderung für Lastwagenfahrer dar.

Wenn alles gut läuft, soll bis Mitte kommenden Jahres das neue Finkenzeller-Haus stehen. Vielleicht ja auch wieder für 100 Jahre.

Von Ove Bornholt

Baulücke: Jahrelang geschah auf dem Grundstück nichts. Jetzt wird die Baugrube vorbereitet. Foto: bor

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