Corona-Pandemie treibt Menschen in die Enge / Schuldnerhilfe berät in der Not

Finanzielle Engpässe nehmen zu

Ein bitterer Gang: Weil die Corona-Pandemie berufliche Existenzen gefährdert oder sogar vernichtet, werden wohl einige Menschen Hilfe in Anspruch nehmen. 
Symbolfoto: dpa
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Ein bitterer Gang: Weil die Corona-Pandemie berufliche Existenzen gefährdert oder sogar vernichtet, werden wohl einige Menschen Hilfe in Anspruch nehmen. Symbolfoto: dpa

Wildeshausen – Die Corona-Pandemie bringt einige Leben, die noch Anfang des Jahres wohlgeordnet waren, ins Wanken. Betriebsschließungen, Kurzarbeit und Einnahmeausfälle bei weiter bestehenden oder sogar wachsenden finanziellen Verpflichtungen treiben zahlreiche Menschen an den Rand des finanziellen Ruins, die vorher ein geregeltes Einkommen hatten.

Die Schuldnerhilfe in Niedersachsen mit ihrer Beratungsstelle im Landkreis Oldenburg an der Westerstraße in Wildeshausen registriert seit dem Beginn der Coronakrise deutlich mehr Kunden, die Rat und Hilfe suchen. Büroleiter Florian Ferlemann geht davon aus, dass es noch deutlich mehr werden, wenn sich die wirtschaftliche Lage nicht bessert. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten der Hilfe für das aus sechs Mitarbeitern bestehende Team stark eingeschränkt, weil der persönliche Kontakt schwierig geworden ist.

Im Frühling einige Erfahrungen gesammelt

„Unsere Beratungsleistung ist bis hin zur Lösungsfindung kostenlos“, so Ferlemann über das Angebot der Schuldnerhilfe, die als eingetragener Verein von Landes- sowie Kreiszuweisungen sowie Spenden lebt. „Wir bevorzugen das persönliche Gespräch in unseren Büros“, verdeutlicht Ferlemann. „Jetzt lassen die Räumlichkeiten das allerdings nicht zu, weshalb wir das Telefon und das Internet nutzen.“

Die Schuldnerberater hatten bereits im Frühling während des Lockdowns einige Erfahrungen gesammelt, die sie nun in der kommenden schwierigen Zeit mit starken Kontaktbeschränkungen gut nutzen können.

Zur Schuldnerhilfe kommen Privatpersonen, die feststellen, dass ihnen die finanziellen Verpflichtungen über den Kopf wachsen. Das können aber auch Bürger sein, die beruflich selbstständig tätig sind und durch die Coronaauswirkungen extreme Einbußen hinnehmen mussten oder noch müssen. „Es ist wichtig, dass all diese Leute zu uns kommen, um gemeinsam mit uns Lösungen zu finden“, sagt Ferlemann. Oft sei es auch so, dass Kunden bereits vor der Corona-Pandemie in schwierigen Situationen gewesen seien und sich die Lage in den vergangenen Monaten noch einmal deutlich verschlechtert habe. „Wir haben Leute hier, die zunächst in Kurzarbeit mussten und dann doch den Job verloren haben“, erzählt der Schuldnerberater. Wenn die Miete oder der Kreditvertrag für das Haus, Auto oder andere Dinge nicht mehr bezahlt werden könne, dann helfe auch eine Stundung oft nicht weiter. „Es muss eben später bezahlt werden, und die Kosten haben sich summiert“, beschreibt Ferlemann die oftmals schwierige Situation.

In solchen Fällen könne die Beratungsstelle den Kontakt zu Schuldnern aufnehmen und Brücken bauen. „Wir haben viele gute Kontakte“, betont Ferlemann. Oft könne eine Privatinsolvenz vermieden werden.

„Es geht auch darum, die Hoffnungslosigkeit zu nehmen“, betont der Schuldnerberater. Die Pandemie führe bei manchen Menschen zu Einsamkeit, Depressionen und im ganz extremen Fall auch zu Suizidneigung. „Da ist es gut, wenn wir Möglichkeiten aufzeigen können“, ist sich Ferlemann sicher, dass es immer einen guten Ausweg gibt.  dr

Florian Ferlemann.

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