Abstimmung mit zeitlichem Abstand

Feuerwehr Wildeshausen: Wahlen unter besonderen Umständen

Im Sommer 2021 noch möglich: Die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr mit Abstand.
+
Im Sommer 2021 noch möglich: Die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr mit Abstand.

Wildeshausen bekommt einen neuen Stadtbrandmeister. Es gibt einen Kandidaten, aber erst einmal soll ein Stimmungsbild unter den Feuerwehrleuten eingeholt werden.

Wildeshausen/Düngstrup – Eigentlich hätten sich die Feuerwehrleute aus Wildeshausen und Düngstrup an den kommenden Wochenenden zu ihren Jahreshauptversammlungen getroffen. Wie so vieles wurden die Treffen abgesagt, weil die Coronazahlen steigen. Allerdings hatten die Brandschützer etwas Zeitdruck, weil Stadtbrandmeister Helmut Müller wie angekündigt auf die zweite Hälfte seiner sechsjährigen Amtszeit verzichtet (ein größeres Interview mit ihm erscheint in einer der kommenden Ausgaben).

Das Ortskommando schlägt der Stadt einen Nachfolger vor, aber zuvor soll ein Meinungsbild unter den Feuerwehrleuten eingeholt werden. Also mussten die Brandschützer improvisieren und haben für Samstag, 15. Januar, und Samstag, 22. Januar, Abstimmungen unter Coronabedingungen organisiert. Einziger Kandidat ist Jens Hogeback, Zugführer aus Wildeshausen.

Die Feuerwehrleute in der Kreisstadt kommen in vier Gruppen nacheinander ins Feuerwehrhaus in der Pagenmarsch. Dort liegen Wahlzettel aus, denn es stehen auch noch Entscheidungen über diverse Posten wie Geräte- und Pressewart an. Das werde ein bisschen wie bei der Bundestagswahl, sagt der Wildeshauser Ortsbrandmeister Lutz Ertelt. Dementsprechend liege kein Wähler-, aber ein Mitgliederverzeichnis aus. Und es stünden drei durch einen Sichtschutz abgetrennte Plätze zum Wählen zur Verfügung. In Wildeshausen sind 95 Mitglieder aufgerufen, abzustimmen, in Düngstrup 35. Ein Ergebnis soll noch am Samstag, spätestens aber am Sonntagvormittag feststehen. Fürs Zählen und den ordnungsgemäßen Ablauf ist neben dem Ortskommando auch Bürgermeister Jens Kuraschinski und Kreisbrandmeister Andreas Tangemann vor Ort. Die Düngstruper wählen so ähnlich wie die Wildeshauser und ebenfalls in ihrem Feuerwehrhaus.

Theoretisch auch Online-Abstimmung denkbar

„Man muss sich immer etwas einfallen lassen“, sagt Feuerwehrsprecher Daniel Engels zum geplanten Ablauf. Theoretisch wäre es auch denkbar, Wahlen wie die der Feuerwehr online zu organisieren. Allerdings stehen dem einige Hürden entgegen, wie Sabine Düver von der Beratungsstelle Ehrenamt für den Landkreis Oldenburg informiert. Beispielhaft nennt sie den Datenschutz und die Verfügbarkeit der benötigten Wahlunterlagen. Ganz praktisch müsse es auch jedem Vereinsmitglied möglich sein, online mitzumachen. Und: „Es muss sichergestellt sein, wer die Person ist, die abgestimmt hat.“ Letzteres vor allem, um zu verhindern, dass Mitglieder zweimal votieren oder jemand anderer das Stimmrecht „kapert“.

Anfragen zu Jahreshauptversammlungen unter Corona-Bedingungen bekommt Düver öfter, allerdings kann die Juristin von keinem konkreten Fall berichten, in dem die Versammlung eines Vereins mit Wahlen online abgelaufen ist. Denkbar wäre für so ein Verfahren auch eine Abstimmung per Video, wenn alle Teilnehmer zugeschaltet sind und entsprechend ihre Hand heben. Dafür brauche es nur die richtige Software, weiß Düver, die seit anderthalb Jahren als Ansprechpartnerin für Vereine im Landkreis Oldenburg zur Verfügung steht.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Backshop soll und muss noch umziehen

Backshop soll und muss noch umziehen

Backshop soll und muss noch umziehen
Hitlergruß, Tritte und Faustschläge in Wildeshausen

Hitlergruß, Tritte und Faustschläge in Wildeshausen

Hitlergruß, Tritte und Faustschläge in Wildeshausen
Existenzbedrohend für Hausbauer

Existenzbedrohend für Hausbauer

Existenzbedrohend für Hausbauer
Leitungen und Fachkräfte wegen Corona am Limit

Leitungen und Fachkräfte wegen Corona am Limit

Leitungen und Fachkräfte wegen Corona am Limit

Kommentare