Feuerwehr Wildeshausen blickt auf 21797 geleistete Dienststunden

Elf Vollzeitstellen oder gut eine Million Euro Lohn

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Zu den Neuzugängen in der Einsatzabteilung der Feuerwehr Wildeshausen gehören Torben Dartsch, Felix Tangemann und Dennis Fritsche (v.l.).

Wildeshausen - Unbezahlbar ist die Leistung der Feuerwehr – das ist unumstritten. Dennoch ließ es sich Hermann Cordes, Ortsbrandmeister der Feuerwehr Wildeshausen, nicht nehmen, während der Jahreshauptversammlung am Samstagabend im Feuerwehrhaus, die 21797 geleisteten Dienststunden im Jahr 2015 statistisch umzurechnen – in rund elf Vollzeitstellen oder mehr als eine Million Euro Arbeitslohn.

Die Feuerwehr fuhr 2015 insgesamt 161 Einsätze – darunter 67 Brände, 76 Hilfeleistungen und 18 Verkehrsunfälle. Ins Gedächtnis der Mitglieder brannten sich vor allem die schweren Verkehrsunfälle auf der A1, der Brand der Lagerhalle am Wildeshauser Bahnhof im Juli, die Bergung einer toten 90-Jährigen aus der Hunte sowie ein Gasalarm, bei dem es sich um Suizid handelte. „Bei diesem Einsatz zeigte sich, dass der Selbstschutz durch funktionstüchtige Messgeräte der Rettungsdienste und der Polizei äußerst wichtig ist“, betonte Cordes. „Bei jedem Innenangriff könnte es sich um Giftgase handeln, und das gefährdet alle eingesetzten Kräfte.“

Während Cordes besonders die hohe Zahl an Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen hervorhob und betonte: „Das ist 29 Mal zu viel“, bereiteten Stadtbrandmeister Helmut Müller die vermehrten Alarmierungen zu Türöffnungen Sorge: „Dazu wurden wir sieben Mal gerufen. Die Frage ist, ob dies nicht anders geregelt werden müsste.“

Bürgermeister Jens Kuraschinski erklärte in seinem Grußwort: „Besonders oft war ich im vergangenen Jahr gedanklich bei euch. Sei es, als vom Bahnhof aus die Rauchschwaden über Wildeshausen zogen – oder auch, als die Feuerwehr bei der Herrichtung der Turnhallen für die Flüchtlinge zur Hilfe gerufen wurde. Die Unterstützung dieser Aktion durch die Feuerwehr ist nicht alltäglich und bisher wohl einmalig im Landkreis Oldenburg“, so Kuraschinski. Cordes ergänzte: „Es ist egal, wer unsere Hilfe braucht. Werden wir gerufen, dann helfen wir.“

Böller-Attacke

„unterste Schublade“

Der Bürgermeister betonte, dass die Feuerwehr Außerordentliches leiste. „Ganz besonders, wenn es um die schweren Verkehrsunfälle geht, die sich immer wieder auf der A1 ereignen, möchte ich mit keiner Einsatzkraft tauschen.“ Gleichermaßen zollte Kreisbrandmeister Andreas Tangemann den Feuerwehrleuten Respekt und verwies auf die hohen Belastungen.

Kuraschinski machte aber auch deutlich, dass die Reaktionen, die die Feuerwehrleute während ihres Einsatzes in der Silvesternacht erleben mussten, „überhaupt nicht gehen“. Die Einsatzfahrzeuge waren mit Böllern beworfen worden. „Wir bleiben nüchtern, um im Ernstfall zur Verfügung zu stehen – und dann so etwas. Das ist unterste Schublade“, konnte Cordes nur zustimmen.

Zurzeit besteht die Einsatzabteilung der Feuerwehr Wildeshausen aus 78 Aktiven. Sie konnte zehn Neuzugänge verzeichnen. Der Altersabteilung gehören 20 Kameraden an. In der Jugendfeuerwehr absolvieren derzeit 24 Mitglieder im Alter von zehn bis 18 Jahren ihren „Dienst“ und nehmen an den Wettbewerben auf Kreisebene teil. „Insgesamt 38 Aktive bildeten sich 2015 bei Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene fort“, verlas Cordes außerdem aus seinem Jahresbericht.

Zu den geselligen Höhepunkten des Jahres gehörten unter anderem das Jugend-Zeltlager am Goldenstedter See, die Feuerfete und die Tannenbaum-Sammelaktion.

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