Feuerwehr und Malteser müssen gut analysieren, wie sie Verletzte retten und giftige Stoffe bergen können

Schwieriger Wind behindert Gefahrgut-Übung

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Unter schwerem Atemschutz wurden zunächst die Verletzten geborgen. Anschließend wurde der Chemikalien-Laster untersucht.

Wildeshausen - Über zu wenig Einsätze kann sich die Freiwillige Feuerwehr in Wildeshausen nicht beklagen, mussten die Retter doch in den vergangenen Wochen regelmäßig zu schweren Unfällen auf der Autobahn ausrücken und bei Sturmschäden helfen. Dennoch waren die Ehrenamtlichen am Sonnabend erneut unterwegs und probten zusammen mit dem Gefahrengutzug des Landkreises Oldenburg und der Schnell-Einsatz-Gruppe der Malteser die Zusammenarbeit im Rahmen einer Gefahrgutübung.

Ralf Kempermann und Thorsten Wawrzinek von der Wildeshauser Wehr hatten das Szenario ausgearbeitet, das auf der Spenglerstraße im neuen Gewerbegebiet aufgebaut wurde. Angenommen wurde, dass der Fahrer eines Transporters mit Anhänger, einen Laster übersieht. Es kommt zur Kollision, wobei zusätzlich ein Auto mit Anhänger in die Unfallstelle fährt. Mindestens vier Personen werden verletzt und sind teilweise in den Fahrzeugen eingeschlossen.

Wer geglaubt hätte, dass innerhalb kurzer Zeit alle Einsatzkräfte damit beschäftigt waren, die Verletzten zu bergen, hatte sich getäuscht. Alle Rettungsfahrzeuge blieben in etwa 100 Metern Entfernung stehen. „Absolut korrekt“, wie Ortsbrandmeister Hermann Cordes erklärte. Die Übung hatte ihre Tücken, denn es gab nur eine Zufahrt zum Unfallort. Der Wind stand jedoch so, dass eventuelle giftige Dämpfe alle Einsatzkräfte beeinträchtigt hätten. Deshalb wurde schnellstmöglich geklärt, was sich im Tank des Lasters befand. Nur wenige Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz bewegten sich zu den Fahrzeugen, als klar war, dass die Verletzten nicht kontaminiert waren und brachten sie auf Tragen weg.

Unterdessen baute die Wildeshauser Feuerwehr ihr Dekontaminationszelt auf, mit dem aber aufgrund der Kapazität nur die eigenen Kameraden von Schadstoffen gesäubert werden können. Der Gefahrgutzug des Landkreises kam später an und baute eine weitere Station auf.

Erst, als die Verletzten geborgen waren, konnten Spezialisten in Chemieschutzanzügen zur Unfallstelle, um das Wrack zu untersuchen. Dabei zeigte sich ein Riss in der Außenhaut des Tanks. Ziel war es, das Leck abzudichten und zu verhindern, dass Gefahrenstoffe in den Boden eindringen. Gleichzeitig mussten auch gefährliche Feststoffe in dem Transporter so gesichert werden, dass nichts Schlimmes mehr passieren konnte.

70 Personen waren schließlich am Einsatz beteiligt und arbeiten ihre jeweiligen Aufgaben souverän ab. Später wurden die verschiedenen Bereiche noch einmal gezielt analysiert. Derartige Übungen werden einmal im Jahr durchgeführt. Die Unfälle auf den Autobahnen haben gezeigt, wie wichtig es ist, sich auf den Ernstfall vorzubereiten.

dr

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