Wildeshauser Kinder schauen hinter die Kulissen der Polizei

Ferienbetreuung in der Gewahrsamszelle

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Die achtjährige Mia will später Polizistin werden und beruflich Fingerabdrücke nehmen. 

Wildeshausen - Nein, Cola und Fanta gibt es in der Zelle nicht, erläutert Polizeioberkommissar Martin Klinger den 17 Kindern der Ferienbetreuung. Die Jungen und Mädchen haben am Mittwoch einen ausgiebigen Blick in die Wache der Polizei Wildeshausen geworfen.

„Das ist ein teurer Spaß, das sollte man nicht mit einem Hotel verwechseln“, sagt Klinger. Und obwohl die Insassen nicht mehr nur „trocken Brot“, sondern belegte Schnittchen bekommen, freuen sich die Kinder, dass sie die Zelle wieder verlassen können. Die achtjährige Mia kann sich aber sehr gut vorstellen, einmal auf der anderen Seite der Tür zu arbeiten: „Ich möchte Polizistin werden“, verkündet sie. „Da kann man Menschen helfen, die in Not sind.“

Da es aber auch Vorbehalte gegenüber der Polizei gibt, freut sich Klinger über die Ferienpassaktion. „Das ist eine gute Idee“, findet der Polizeioberkommissar. „Wir können dadurch Berührungsängste abbauen und etwas Sinnvolles vermitteln.“

Vor allem zum Thema Verkehrssicherheit. So erfahren die Kinder, was alles an einem Fahrrad angebracht sein muss. Dabei geht es Klinger besonders um die Beleuchtung: „Wenn man kein Licht hat, wird man nicht gesehen und manchmal überfahren.“ Die Gleichgültigkeit mancher Eltern bei diesem Thema ärgert ihn. „Die Kinder können da nichts für.“

Während des Rundgangs zeigt Polizeioberkommissar Martin Klinger (hinten rechts) den Teilnehmern der Kinderferienbetreuung, was auf einer Wache passiert und zur Arbeit der Beamten gehört.

Dann stellt Klinger die Ausrüstung eines Polizisten vor. Zur Enttäuschung mancher Kinder bekommen sie die Pistole aber nicht zu Gesicht. „Danach werde ich immer gefragt, aber das ist zu gefährlich, und ich will euch keine Angst machen.“ Dafür präsentiert er neben Pfefferspray, einem Abwehrstock und Handschuhen auch die schwere Schutzweste, die Mia anprobiert. „Die fühlt sich angenehm an“, meint sie trotz der dreieinhalb Kilogramm, mit denen das hieb- und stichfeste Kleidungsstück auf ihren Schultern lastet. „Ein Schlag tut dann zwar nicht so weh, aber man muss bestimmt spucken, wenn man was gegessen hat“, glaubt sie.

Schließlich haben die Jungen und Mädchen viel Spaß dabei, ihre Fingerabdrücke zu nehmen. „Die sind bei jedem Menschen einzigartig“, erklärt Klinger. Doch was ist, wenn jemand Handschuhe trägt? „Dann haben wir die Morskarte“, sagt der Beamte, fügt jedoch hinzu: „Es gibt aber noch andere Spuren. Ein Einbrecher hat sogar mal seinen Ausweis verloren. Wir waren dann noch vor ihm bei ihm zu Hause.“ 

pp

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