Viele Freunde in Wildeshausen

Father Edward feiert sein Priesterjubiläum

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Kommt gern zu Besuch: Monsignore Father Dr. Edward Kuukure (Mitte) mit Elisabeth und Bernd Bergmann.

Wildeshausen - Samstag vor 50 Jahren empfing Edward Kuukure aus dem kleinen Dorf Tokuu im Norden Ghanas die Weihe zum katholischen Priester. Und jetzt, ein halbes Jahrhundert später, feiert der 78-Jährige sein Priesterjubiläum in der St.-Peter-Kirche in Wildeshausen. Gemeinsam mit Weggefährten und vielen Freunden aus der Gemeinde. Der Gottesdienst beginnt Samstag um 17 Uhr. Im Anschluss ist ein Empfang im Waltberthaus zu Ehren von Monsignore Father Dr. Edward Kuukure, wie die korrekte Anrede lautet, geplant. Warum Father Edward, wie ihn alle nennen, zum Jahrestag ausgerechnet in Wildeshausen ist, erzählt er bei einem Glas Apfelsaft im Garten von Bernd und Elisabeth Bergmann, wo er während seiner Zeit in der Kreisstadt wohnt.

Kuukure wuchs in einer christlichen Familie auf. Im Norden Ghanas, der heute immer noch nicht so weit entwickelt ist wie der Süden des westafrikanischen Landes, das lange Zeit eine britische Kolonie war. „Seit vier, fünf Jahren hat mein Heimatdorf Strom“, erzählt der 78-Jährige – wenn auch nicht den ganzen Tag. Schon während der Schulzeit wünschte Kuukure sich, einer der Lehrer, der Padres, zu sein. Und sein Wunsch ging in Erfüllung. „Es ist eine Berufung, Priester zu werden“, sagt der Ghanaer. Und diese Berufung führte ihn gleich nach der Weihe 1969 nach Rom, wo er seinen Doktortitel in Theologie erwerben sollte. Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, half er zeitweise als Vertretung für den örtlichen Priester in Seppenrade bei Münster aus. Und da kam Elisabeth Bergmann ins Spiel. Ihr Vater spielte die Orgel und die gesamte Familie war der Kirche verbunden. Schnell schloss sie Freundschaft mit Kuukure.

Eine Freundschaft, die auch nach ihrer Heirat und dem Umzug nach Wildeshausen weiter bestand. Ehemann Bernd Bergmann kommt aus Hagstedt (Gemeinde Visbek). Er arbeitete als Steuerberater und seine Frau als Deutsch- und Geschichtslehrerin am Gymnasium Wildeshausen. Und immer wieder kam Kuukure zu Besuch.

Der Ghanaer wohnte im Pfarrheim oder bei den Bergmanns. Und der sprachbegabte Afrikaner, der Englisch, Italienisch, Deutsch und Französisch kann, knüpfte schnell Kontakte. Zum Beispiel zu Heinz Holtmann, der in den 1970er-Jahren Pfarrer in Wildeshausen war. Inzwischen ist er emeritiert, wird aber Samstag ebenfalls am Gottesdienst teilnehmen. Mit von der Partie ist übrigens auch Father Eugene Suom-Dery, einer der ehemaligen Schüler von Kuukure, der jetzt als Pfarrer in Legden (NRW) predigt.

Kuukure ist viel herumgekommen, war in den Vereinigten Staaten, Israel, Indien und oft in Europa. Als Generalsekretär der ghanaischen Bischofskonferenz gab es viel zu organisieren. Zurzeit betreibt der Priester die Seligsprechung von Peter Kardinal Dery, weswegen er wahrscheinlich bald nach Rom muss. Aber auch ansonsten befindet sich der 78-Jährige keineswegs im Ruhestand. So kümmert er sich zum Beispiel um die Weiterbildung seiner geistlichen Kollegen und sitzt in der ghanaischen Theologiekomission. „Arbeit macht nicht tot“, zitiert Kuukure seinen Bischof.

Bevor er jetzt nach Wildeshausen kam, absolvierte er 30 Tage lang Exerzitien in einem Kloster bei München. Die Besinnung sollte ihm helfen, sich auf sein Jubiläum vorzubereiten. Das wird auch in Ghana noch groß gefeiert: erst Ende November in einer Kathedrale und dann Anfang Dezember in seinem Dorf. Das passt, denn am 1. Dezember wird Kuukure 79 Jahre alt. Und er kommt immer noch gerne nach Wildeshausen. Wegen der vielen Freunde die er hier, fernab der Heimat, gefunden hat.

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