Ergebnis der Schuleingangsuntersuchung 

Fast jeder dritte Erstklässler hat Sprachdefizite

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Der Besuch des Kindergartens ist wichtig für Mädchen und Jungs. Er fördert unter anderem die Sprachentwicklung. 

Landkreis - Von Lea Oetjen. Mehr Erstklässler mit Migrationshintergrund, viele mit Defiziten im Sprach- sowie Sehvermögen, unterdurchschnittliche frühkindliche Bildung und eine steigende Tendenz zum Übergewicht: Das ist das Ergebnis der jüngsten landesweiten Schuleingangsuntersuchungen bezogen auf den Landkreis Oldenburg. Dennoch schneidet der Gemeindeverbund im Vergleich zu den umliegenden Kreisen sehr gut ab – zumindest in drei Kategorien.

Fast jeder dritte Erstklässler (27,9 Prozent) hat Einschränkungen in seinen sprachlichen Fertigkeiten zu beklagen. Ein Fakt, der alarmierend klingt, aber in Wahrheit mit deutlichen Abstand der niedrigste Wert der gesamten Region ist. Zum Vergleich: Im Kreis Diepholz haben 52,2 Prozent und in Vechta 41 Prozent aller untersuchten Kinder Sprachdefizite. „Die Zahl nimmt stetig zu. Das liegt an der gesellschaftlichen Entwicklung – weniger Unterhaltungen und mehr Mediengebrauch“, erklärt Dr. Matthias Peiler, Kinder- und Amtsarzt des Landkreises Oldenburg. In einer Kindertagesstätte entwickele der Nachwuchs seine ganz eigene Sprache. „Sofern es früh genug erkannt wird, können die Eltern der Einschränkung noch in den eigenen vier Wänden entgegenwirken – durch einfache Aufgaben“, ergänzt Peiler. Dies sei bei etwa sechs Prozent der Jungen und Mädchen der Fall. „Vorlesen, gemeinsame Mahlzeiten und das Anschauen von Bilderbüchern können helfen.“ Laut den Untersuchungsergebnissen sind weitere 14 Prozent schon in Behandlung.

Die Zahl der Einschränkungen ist in den verschiedenen Fertigkeiten ähnlich. Auch zum Beispiel beim Sehen hat etwa jedes dritte Kind (29,6 Prozent) Defizite. Jedoch kann durch Brillen entsprechend entgegengewirkt werden, sodass kein Nachteil entsteht. „Uns darf kein Kind verloren gehen“, betont Peiler. Daher werde der Nachwuchs lieber einmal zu oft an einen Facharzt verwiesen, als dass eine Einschränkung unberücksichtigt bleibt. Des Weiteren könnten die Defizite auf die unterdurchschnittliche frühkindliche Bildung zurückzuführen sein. „Mehr als drei Prozent des Nachwuchses hat keinen Kindergarten besucht“, sagt Peiler. Dies sei jedoch sehr wichtig für den Spracherwerb und die -entwicklung.

Die Kinderärzte im Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg, Matthias Peiler und Swenja Queißer-Dockter, haben gemeinsam mit Kollegen die Erstklässler untersucht. - Foto: Oetjen

Zurück zu den Landeszahlen und den Zusammenhängen: Im Landkreis Oldenburg ist der Anteil der übergewichtigen (5,1 Prozent) und adipösen (3,4 Prozent) Kinder weiterhin hoch. Im Kreis Vechta sind allerdings insgesamt 12,4 Prozent aller Erstklässler betroffen. Zusammenhänge zur Bevölkerungskultur und kulturelle Hintergründe würden hierbei eine Rolle spielen, so Peiler. Heißt: Vor allem Kinder mit Migrationshintergrund sind betroffen. Der Mangel im Heimatland führt dazu, dass der Überfluss in Deutschland dazu genutzt wird, rund um die Uhr zu essen – meist Chips und Süßigkeiten“, meint der Amtsarzt.

Datenbasis sind die Untersuchungsergebnisse von insgesamt fast 69 000 angehenden Erstklässlern im ganzen Land aus dem vergangenen Jahr. Darunter waren exakt 1 206 Mädchen und Jungen aus dem Landkreis Oldenburg, wie aus einer Veröffentlichung des Landesgesundheitsamtes hervorgeht. Ziel der jährlichen Untersuchung sei es, die altersgerechte Entwicklung zu beobachten und einen Förderbedarf frühzeitig zu erkennen. Die Kinder wurden in verschiedenen Fertigkeiten getestet. „Die Mädchen schneiden bei den Untersuchungen meist besser ab. Das liegt daran, dass sie in diesem Alter schon weiter entwickelt sind“, erklärt Swenja Queißer-Dockter, Kinderärztin im Gesundheitsamt. Die Kinder müssen zum Beispiel Formen wahrnehmen und ergänzen, Unregelmäßigkeiten feststellen sowie Reihenfolgen erkennen.

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