Teil II der Reihe über die Postvorsteher in der Kreisstadt: Amt fest in Familienhand

Familie Prott über Jahre eng mit der Post verbunden

„Kaiserliches Postamt“ – so stand es in großen Lettern über dem Eingang des am 1. November 1907 bezogenen Domizils an der Wildeshauser Bahnhofstraße. - Repro: Panschar

Wildeshausen - Die Verwaltung der Post in Wildeshausen blieb nach dem Antritt von Justus Wilhelm von Hinüber im Jahr 1759 als Postmeister fest in Familienhand. Sein Vater, der damalige Ober-Amtmann, der – wie im ersten Teil unserer Reihe berichtet – mit ihm von Husaren als Geiseln genommen wurde, hatte ihm diesen Posten verschafft.

Nachdem Justus Wilhelm von Hinüber das Amt als Ober-Amtmann seines Vaters übernommen hatte, arbeiteten einige Jahre lang seine Familienmitglieder als Leiter des Postamtes. Darunter auch seine jüngere Schwester Johanna Ernestine Prott, die zunächst als Postverwalterin und dann als -meisterin amtierte. Ein weiteres Familienmitglied folgte von 1802 bis 1810 mit Friedrich Karl Prott, der Mann einer Tochter des Justus von Hinüber.

Dass Söhne oder andere Verwandten den Posten übernahmen, war aber keine Seltenheit. So trat Peter Ernst Höpken der Jüngere die Nachfolge seines Vaters, Begründer einer Tuchfabrik, an. Um 1828 berührten zwei Postkurse die Wittekindstadt: Die reitende Post von Delmenhorst nach Cloppenburg und die Botenpost über Dötlingen nach Oldenburg. Die Boten erledigten ihre Gänge nach Oldenburg in weniger als zwei Tagen.

Der Grabstein von Postmeister Peter Ernst Höpken des Älteren in Wildeshausen. - Foto: Behnke

Die Reiter legten die Strecke nach Cloppenburg in vier Stunden mit einem kurzen Aufenthalt in Ahlhorn zurück. Die Post kam aber nicht täglich, erst 1851 erhielten die Wildeshauser jeden Tag ihre Briefe und Pakete. In der ländlichen Umgebung der späteren Kreisstadt wurde aber nicht an die Haustür geliefert. Die zu den Landorten beförderten Sendungen wurden dort bis 1860 bei den Postanstalten an einem Fenster ausgestellt oder in ein Aushangverzeichnis eingetragen. Nur den Bewohnern der Stadt brachten die Boten gegen eine Bestellgebühr die Post ins Haus.

Mit der Entwicklung der Post ging es weiter voran. Unter Postmeister Karl Boyn (1924 bis 1926) wurden zwei Postbuslinien zwischen Wildeshausen und Ahlhorn sowie nach Bassum eingerichtet. Diese Verbindungen mussten aber bereits 1926 wieder aufgegeben werden, da sie unrentabel waren. Ab den 1930er-Jahren waren auch die Postboten auf dem Land motorisiert unterwegs, nachdem 27 neue Poststellen eingerichtet waren.

1931 nahm die Dienststelle das neue Postgebäude an der Bahnhofstraße in Betrieb. Bereits Oberpostmeister Herbert Voigt (1955 bis 1966) aus Harpstedt leitete größere Umbaumaßnahmen ein. Aus Rationalisierungsgründen wurde schließlich der Verwaltungsdienst zum Postamt Delmenhorst verlagert. Für eine Übergangszeit war die Amtsleitung vertretungsweise dem Postinspektor Gerd von Garrel und dem Postobersekretär Helmut Grotelüschen übertragen worden.

Die lange Reihe der Wildeshauser Postvorsteher beendete im Jahr 1995 Martin Petri.

Mehr zum Thema:

CDU gewinnt Saar-Wahl - Kein Schub für SPD

CDU gewinnt Saar-Wahl - Kein Schub für SPD

Aller-Hochwasser-Rallye des Wassersportvereins Verden

Aller-Hochwasser-Rallye des Wassersportvereins Verden

Niedersachsen-Hit entsteht in Wetschen

Niedersachsen-Hit entsteht in Wetschen

Jubiläumsjagd des Verdener Schleppjagd-Reitvereins

Jubiläumsjagd des Verdener Schleppjagd-Reitvereins

Meistgelesene Artikel

Entenschlachterei am Westring fällt im Ausschuss durch

Entenschlachterei am Westring fällt im Ausschuss durch

Vater wird aus Sorge um kranke Tochter zum Betrüger

Vater wird aus Sorge um kranke Tochter zum Betrüger

Spascher Sand wächst und möchte es warm haben

Spascher Sand wächst und möchte es warm haben

Herrlichkeit: Denkmalschutz sorgt für Veränderungssperre

Herrlichkeit: Denkmalschutz sorgt für Veränderungssperre

Kommentare