Täter erbeuteten richtig viel Geld

Falsche Polizisten angeklagt

Oldenburg - Mit einem hinterlistigen Trick hat sich eine international agierende Betrügerbande die gesamten Ersparnisse von älteren Menschen ergaunert. Seit Donnerstag müssen sich zwei mutmaßliche Bandenmitglieder aus Delmenhorst vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Die Hintermänner sitzen in der Türkei.

Aus einem Callcenter riefen sie die meist älteren Geschädigten (eine Frau war 93 Jahre alt) an, gaben sich als Polizisten aus und erklärten, Verbrecher hätten es auf ihr Vermögen abgesehen. Man habe bei Dieben ihre Anschrift gefunden. Auch gebe es korrupte Bankmitarbeiter, die ihre Konten plündern wollten. Alle Vermögenswerte müssten sofort der Polizei ausgehändigt werden. Beamte kämen vorbei.

Die Bande nutzte das sogenannte Call-ID-Spoofing-Verfahren. Auf dem Telefondisplay der Geschädigten erschien die Nummer „110“. Das machte die Betrüger glaubwürdig. Die Geschädigten taten, wie befohlen, hoben alles Geld ab und holten ihren Schmuck aus dem Versteck. Bei den „Beamten“ soll es sich um die beiden Angeklagten aus Delmenhorst handeln.

140.000 Euro auf einem Streich

Die 93-Jährige hatte 140.000 Euro bereitgestellt. Im September sollte die Masche einen 77-Jährigen aus Cloppenburg treffen. Auch er hatte 86.000 Euro von seinem Konto abgehoben. Doch der Herr war stutzig geworden, wandte sich an die echte Polizei. Als die falsche Polizei wieder anrief, erklärte er, er habe noch 115.000 Euro bei einer anderen Bank liegen, die er übergeben wolle.

Im Koffer waren aber nur Papierschnipsel gewesen. Die echte Polizei nahm die Täter fest. Die Angeklagten sollen auch andere Bandenmitglieder als Geldabholer eingesetzt haben. Einer von ihnen kam aufgrund eines Missverständnissen mit weniger Geld zurück als bestellt. 

Weil der Verdacht bestand, er habe das Geld unterschlagen, sollen die Angeklagten diesen Geldabholer eingesperrt, bedroht und ausgeplündert haben. Der Geldabholer tritt jetzt als Nebenkläger auf. - wz

Rubriklistenbild: © dpa

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