Mann aus dem Landkreis Oldenburg verliert fünfstelligen Betrag

Falsche Microsoft-Mitarbeiter betrügen 65-Jährigen

Vorsicht Betrug: Microsoft-Mitarbeiter melden sich nicht beim Kunden mit technischem Support.
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Vorsicht Betrug: Microsoft-Mitarbeiter melden sich nicht beim Kunden mit technischem Support.

Landkreis – Erneut haben Betrüger, die sich als Mitarbeiter des Unternehmens Microsoft ausgegeben haben, einen Geldbetrag in fünfstelliger Höhe erbeutet.

Die Polizeipressestelle berichtete am Mittwoch, dass ein 65-jähriger Mann aus dem Landkreis Oldenburg Opfer dieser Masche wurde, bei der sich Unbekannte am Telefon als Computerfachleute ausgeben und mitteilen, dass der Rechner des Angerufenen mit Viren befallen oder gehackt worden sei und ein Programm installiert werden müsse.

Mit einem solchen Programm können zum Beispiel Bankdaten oder Passwörter erlangt werden. Oftmals wird für die Installation auch noch eine Gebühr verlangt.

Die Polizei warnt: „Sollte auch Ihr Telefon klingeln und ein solcher Sachverhalt geäußert werden, legen Sie den Hörer auf und informieren Sie die für Sie zuständige Polizeidienststelle. Geben Sie auf keinen Fall private Daten heraus und gewähren Sie keinem unbekannten Anrufer Zugriff auf Ihren Computer.“

Laut Mitteilung der Verbraucherzentrale gibt es bereits seit Jahren Meldungen und Beschwerden über Betrüger, die am Telefon behaupten, dass ihr Computer angeblich von Viren befallen sei.

Seit Microsoft am 14. Januar 2020 den Support für Windows 7 beendet hat, behaupten die Betrüger am Telefon auch, das Betriebssystem vor Schäden schützen oder beim Umstieg auf neuere Windows-Versionen helfen zu wollen. „Die Täter lassen sich immer neue Maschen einfallen und ihre Absender-Rufnummer und die Anrufer wechseln ständig. Mit fadenscheinigen Begründungen wollen einige sogar ihre Opfer dazu bewegen, Prepaid-Guthaben für Online-Plattformen zu erwerben und die Codes an die Anrufer weiterzugeben“, heißt es von der Verbraucherzentrale.

Überredungsversuche am Telefon

Oft sprechen die Anrufer Englisch oder gebrochenes Deutsch. Die falschen Support-Mitarbeiter versuchen, ihre Opfer am Telefon zu überreden, unter ihrer Anleitung bestimmte Schritte am PC auszuführen. Zusätzlich zu den Fake-Anrufen nutzen die Betrüger heute aber auch vermehrt E-Mails, infizierte Webseiten und Pop-ups.

Einige Verbraucher berichten, dass sie aufgefordert wurden, den Befehl ‘assoc’ einzugeben, um das angebliche Computerproblem zu beweisen. Das anschließend erscheinende Tool zeigt unter anderem die Zeile {888DCA60-FC0A-11CF-8F0F-00C04FD7D062} an, die der angebliche Microsoft-Mitarbeiter per Telefon zur Verifizierung durchgibt. Doch aufgepasst: Denn diese ist auf allen Systemen identisch, es handelt sich hierbei nicht um die Computer-ID. Die Absende-Rufnummern sind bei den Anrufen stets unterschiedlich und nicht echt.

Es gibt auch immer mehr Beschwerden bei den Verbraucherzentralen zu gefälschten Warnhinweisen am PC. Diese sehen aus, als handele sich um eine Sicherheitswarnung von Windows. Hierbei werden die Nutzer aufgefordert, den angeblichen Microsoft-Support anzurufen, um ihren Rechner von Viren befreien zu lassen. Angebliche „Microsoft Ingenieure“ wollen einen dann überzeugen, bis zu 400 Euro für ein Software-Wartungspaket gegen Viren zu zahlen und per Fernwartung Zugriff auf ihren Rechner zu geben.

„Service“ ist Betrugsmasche

Die Hinweistexte erscheinen oft beim Surfen im Internet und blockieren den kompletten Bildschirm. Vermutlich werden sie als Werbeeinblendungen auf Internetseiten, durch Code auf weniger seriösen Internetseiten oder durch installierte Apps ausgelöst. Letztlich sind sie aber vergleichbar mit penetranten Werbeanzeigen.

Doch was sich zunächst nach einem guten Service anhört, ist in Wahrheit eine Betrugsmasche, die sich „Tech Support Scam“ nennt. Denn installiert der Nutzer ein Programm, mit dem die Betrüger dann aus der Ferne auf ihren Computer zugreifen können, kann es sich dabei um einen Trojaner oder andere Schadsoftware handeln. Das ermöglicht es den falschen Microsoft-Mitarbeitern, sensible Daten – wie Passwörter für das Online-Banking – auszuspähen, die Computer zu sperren und anschließend Geld zu fordern, um den Rechner wieder freizugeben.

„Geben Sie den angeblichen Microsoft-Mitarbeitern während des Telefonats per Fernwartung Zugriff auf Ihren vermeintlich befallenen Rechner, können die Betrüger damit zudem Ihre Kreditkartendaten einsehen, wenn Sie diese nutzen, um direkt online für das Software-Zusatzpaket zu bezahlen“, schreibt die Verbraucherzentrale. Auch Microsoft selbst warne seit Bekanntwerden der ersten Betrugsfälle unter Missbrauch des Firmennamens auf seiner Homepage.

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