Fahrradwerkstatt ins „Jott-Zett“/Wer spendet Zweiräder und Geld?

Drahtesel in Schuss bringen

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Julia Gunder, Thorben Kienert und Imke Schmidt (von links) versuchten sich fürs Foto schon mal als Mechaniker.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Eine Fahrradreparatur-Werkstatt soll schon bald im Wildeshauser Jugendzentrum „Jott-Zett“ installiert werden. Um jedoch Flüchtlinge und andere Bedürftige der Stadt mit einem Drahtesel versorgen zu können, hoffen die Verantwortlichen auf die Hilfe der Bevölkerung – es werden dringend Fahrräder benötigt.

Gestern haben Thorben Kienert, Leiter der Freiwilligenagentur „mischMIT!“, Imke Schmidt, Leiterin des Jugendzentrums, und Julia Gunder, Flüchtlingsberaterin beim Diakonischen Werk, das Konzept vorgestellt. „Um die Sache anschieben zu können, sind wir dringend auf Sach- und Geldspenden angewiesen. Bürger, die Fahrräder zur Verfügung stellen möchten, können diese von Montag bis Freitag zwischen 16 und 18 Uhr im Jugendzentrum vorbeibringen“, waren sich die drei einig.

Geldspenden, auf die die Organisatoren ebenso hoffen, um Anschaffungen für das Projekt tätigen zu können, müssen auf das Konto von „mischMIT!“ bei der Volksbank Wildeshauser Geest (IBAN: DE632806 62140000523100) eingezahlt werden. Wer eine Spendenquittung benötigt, sollte seine komplette Anschrift auf dem Überweisungsträger vermerken.

Die Fahrräder sollen dann im Jugendzentrum aufbereitet und kostengünstig an die Bedürftigen verkauft werden. „Wir haben bereits zwei Ehrenamtliche, die sich für sonnabends zur Verfügung stellen möchten, um die Arbeiten anzuleiten“, betonte Schmidt. Weitere freiwillige Helfer, die dringend benötigt werden, sollten sich bei der Freiwilligenagentur melden. Besonderen Wert legen Schmidt und Kienert auf die Feststellung, dass diese Werkstatt nicht etwa mit Fahrradgeschäften in Konkurrenz treten will: „Sie ist einzig dafür gedacht, Menschen zu helfen, die bedürftig sind.“

Mit im Boot haben die Organisatoren auch die Verkehrswacht sowie die Polizei, die die Räder codieren will, bevor sie rausgehen. „Schließlich gibt es viele Flüchtlinge, die noch gar nicht Fahrrad fahren können. Diese müssen zunächst zwei Bausteine absolvieren, einen theoretischen und einen praktischen, um ein Fahrrad zu erwerben.“

Angedacht ist auch, dass die Zielgruppe mit defekten Fahrrädern ins Jugendzentrum kommen kann, um sie gemeinsam mit den Ehrenamtlichen zu reparieren. „Es soll nämlich nicht so sein, dass sie ihre Räder einfach abgeben und reparieren lassen. Jeder soll und muss sich einbringen und Ersatzteile wohl auch selber zahlen“, erklärte Kienert.

Die Verantwotlichen hoffen, jetzt möglichst bald die ersten Räder zu bekommen. Eine Anfrage bei der Stadt, Fahrräder aus dem Fundus des Fundamtes zu bekommen, wurde bereits gestellt. „100 Räder dürften schon benötigt werden, um den Bedarf zunächst abdecken zu können“, meinte Gunder, die jetzt alle Flüchtlinge über dieses Projekt informieren will: „Sie haben ein sehr gutes Netzwerk, sodass sich diese frohe Kunde wohl sehr schnell verbreiten wird. Ich hatte ohnehin schon einige Anfragen nach Fahrrädern.

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