Dorfbereisung lockt 200 Heimatinteressierte

Fahrradgruppen und Kremser-Wagen erkunden Thölstedt und Hesterhöge

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Für den gelungenen Ausflug und das Dorffest erhielten Hesterhöge und Thölstedt vom Heimatverein zwei neue Bänke: Kurt Müller, Jens Kuraschinski, Hergen Stolle, Ralf Brüning und Gerd Schulte (v.l.) testeten die Bequemlichkeit auch in luftiger Höhe.

Thölstedt - Von Anja Nosthoff. „Heimatkunde ist weder verstaubt noch uninteressant“, stellte Hergen Stolle, Vorsitzender des Heimatvereins Düngstrup, am Sonnabend angesichts der 200 Teilnehmer an der Dorfbereisung durch Hesterhöge und Thölstedt überaus zufrieden fest. Unter dem Motto „Ein Dorf stellt sich vor“ hatten der Heimatverein und die beiden Dorfgemeinschaften zu der geführten Tour mit anschließendem Dorffest auf dem Hof von Gerd Schulte in Thölstedt eingeladen.

Fünf Fahrradgruppen und drei Kremserwagen machten sich am Nachmittag auf den Weg. Wie schon zu den Dorfbereisungen in den vergangenen Jahren war die Resonanz generationsübergreifend. Stolle berichtete von Teilnehmern zwischen zwei und 80 Jahren.

„Es ist wichtig, dass Höfe genutzt werden - egal wie“

Gemeinsam mit dem Festausschuss der beiden Dorfgemeinschaften hatten Kurt Müller (Hesterhöge) und Ralf Brüning (Thölstedt) federführend die Organisation des Ausflugs übernommen. Jede Gruppe bekam eine ortskundige Begleitung zur Seite gestellt, die den Teilnehmern unterwegs etwas über die Geschichte der Dörfer und über die jeweiligen Hofstellen berichtete.

„Der Strukturwandel auf dem Land ist auch bei uns spürbar“, erzählte Brüning. „Viele frühere landwirtschaftliche Betriebe werden heute anders oder nur noch im Nebenerwerb landwirtschaftlich genutzt.“ Trotzdem gebe es weiterhin ein aktives Dorfleben. „Es ist eben wichtig, dass die Höfe genutzt werden, egal, wie sie genutzt werden. Wenn es nur noch Bauruinen gibt, dann stirbt ein Dorf aus“, ergänzte Stolle. Heutzutage würden viele junge Familien aufs Land ziehen, einfach weil die Eltern möchten, dass ihre Kinder ländlich aufwachsen.

Heimatverein widmet den Dorfgemeinschaften Sitzbänke

„Viele frühere Heuerlingshäuser, die von den letzten Generationen oft als Häuser für die Altenteiler auf den landwirtschaftlichen Betrieben genutzt wurden, werden heute auch an Auswärtige verkauft oder vermietet“, berichtete Stolle. So gebe es in den Dörfern eine gute Mischung aus Alteingesessenen und Neuhinzugezogenen. Ganz wichtig jedoch sei, dass die Dorfgemeinschaft in Hesterhöge und Thölstedt gelebt werde. „Denn das ist es, was Heimat ausmacht“, betonte Stolle. „Man kennt sich untereinander“, ergänzte Brüning.

Ein Beispiel für den Strukturwandel auf dem Land ist auch die geschichtsträchtige Hofstelle von Gerd Schulte. „Der Hof ist 1469 erstmals urkundlich erwähnt“, so Schulte. Seine Vorfahren bewirtschafteten den Bauernhof, wie es damals üblich war: „Mit Rindern, Schweinen, Hühnern, Gänsen und Ackerbau – eben mit allem, was man brauchte, um sich selbst zu versorgen“, erzählte Schulte. Noch bis 1978 wurde der Hof von seinen Eltern als landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb bewirtschaftet. „Dann ruhte der Betrieb“, erklärte Schulte. Mittlerweile betreibt er den Ackerbau nun wieder im Nebenerwerb – neben seiner Hauptsparte, dem Garten- und Landschaftsbau.

Auf der historischen Dorfstelle fand die Dorfbereisung mit einem gemütlichen Grillen beim Dorffest ihren Abschluss. Als Dank an die Dorfgemeinschaften für die Organisation und Durchführung des Fests und des Ausflugs überreichte Hergen Stolle zwei Sitzbänke mit Widmungen vom Heimatverein an Hesterhöge und Thölstedt. Nicht nur Stolle, Brüning und Müller durften darauf probesitzen, auch Bürgermeister Jens Kuraschinski, der es sich nicht nehmen ließ, bei der Veranstaltung vorbeizuschauen, testete die Bequemlichkeit der Bänke. Etwas wackelig wurde es darauf dann allerdings doch, als Gerd Schulte die Bänke zur Freude der Dorffest-Besucher ein Stück in die Höhe fahren ließ.

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