Fachausschuss berät über Bebauungsplan/ Einige Anwohner haben Bedenken

Rückenwind für vier große Anlagen in Düngstrup?

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Passen die großen Windanlagen zum Dorf? Darüber gehen in Düngstrup die Meinungen auseinander.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Im Windpark Düngstrup sollen die vorhandenen acht Windenergieanlagen mit einer Nabenhöhe von 69 Metern durch vier Anlagen mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und einer Nennleistung von je drei Megawatt ersetzt werden. Es gibt jedoch einige Bedenken vom Landkreis und von Bürgern, die nach Einschätzung der Stadt jedoch nicht dazu führen dürften, dass das Projekt nicht genehmigungsfähig ist.

Am Donnerstag wird ab 18.15 Uhr im Stadthaus über die Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes diskutiert. Im derzeitigen Plan ist noch festgelegt, dass die Windenergieanlagen nicht höher als 99 Meter sein dürfen. Diese Regelung galt wegen des Fliegerhorstes in Ahlhorn.

Da der Flugbetrieb dort jedoch eingestellt wurde, könnten theoretisch höhere Anlagen aufgestellt werden. Die vier Windräder des Typs „Enercon E-115“ mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und einem Rotordurchmesser von 115,7 Metern sowie einer Gesamthöhe von 206,85 Metern produzieren deutlich mehr Strom als die Altanlagen, sodass die Betreiber durch das Repowering mit einer größeren Stromausbeute und entsprechendem Gewinn rechnen können.

Die Nennleistung soll in der Summe zwölf Megawatt betragen. Trotz der Halbierung der Anlagenzahl liegt die Gesamtleistung damit zukünftig höher als im heutigen Bestand.

Der um ein vielfaches höheren Stromerzeugung steht die größere Sichtwirkung der Anlagen gegenüber. Außerdem sind Windenergieanlagen mit derartigen Höhen mit einer Befeuerung als Luftfahrthindernis zu kennzeichnen. Daraus ergibt sich, dass die Auswirkungen auf das Landschaftsbild einen besonderen Abwägungsbelang darstellen.

Gegen die Pläne haben sowohl Privatpersonen als auch öffentliche Träger Einwendungen erhoben. So kritisierte eine Anwohnerin, dass sie vom Schattenwurf durch die Anlagen betroffen sein wird. Diesem Missstand wollen die Betreiber entgegenwirken, dass die verursachende Anlage teilweise ausgeschaltet werden muss. Ein Schallgutachten hat zudem ergeben, dass keine extremen Belastungen auf die Anwohner zukommen. Das gilt offenbar auch für mögliche Beeinträchtigungen durch die Befeuerungsanlagen.

Der Landkreis Oldenburg moniert, dass schon bei der Aufstellung des alten Bebauungsplanes der von der Denkmalpflege geforderte Mindestabstand zu einem Bodendenkmal bei einem Windrad deutlich unterschritten wurde. Dies sei bei den viel größeren Anlagen angesichts einer Grabhügelgruppe noch extremer und könne nicht genehmigt werden. Ein Gutachten hat die Wahrscheinlichkeit von Treffern durch Rotorbruch, Turmversagen, Gondel- und Eiswurf untersucht und ist zu der Einschätzung gekommen, dass die Trefferhäufikeit statistisch so gering ist, dass der Windpark genehmigt werden dürfte. Eine ausführliche Stellungnahme des Planers wird es heute Abend geben. Im Anschluss muss die Politik darüber entscheiden, ob sie den Entwurf zur Aufstellung des Bebauungsplanes zustimmend zur Kenntnis nehmen möchte, um die öffentliche Auslegung des Planes zu empfehlen.

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