„Möglicherweise von mir“

Facebook-Eintrag bringt Sasse in Erklärungsnot

Ein teilweise gepixelter Screenshot der Facebook-Seite von Wolfgang Sasse vom Dienstagabend um 19.40 Uhr.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Ein Post auf der Facebook-Seite des stellvertretenden Wildeshauser Bürgermeisters und CDU-Vorsitzenden Wolfgang Sasse sorgt seit Dienstagabend für große Verwirrung, Ärger und unbefriedigende Erklärungen Sasses, wie es dazu kommen konnte. Die Facebook-Seite ist erst einmal gesperrt.

Der Eintrag auf der Seite wurde gegen 18.00 Uhr gepostet, als Sasse nach eigenen Aussagen bei der Kreistagssitzung im Wildeshauser Kreishaus war. In dieser Zeit, so erklärte er unserer Zeitung, sei er nicht im Internet gewesen. In dem Beitrag, der aus dem Web-Forum „Funpot.net“ stammt, ist eine fotoähnliche Abbildung zu sehen, die den ehemaligen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz mit einer Rotweinflasche auf dem Bürgersteig liegend zeigt. Darüber steht der Kommentar des Portals: „Einen guten Roten erkennt man an seinem Abgang“.

Sasse wurde vor Jahren gehackt

Der Beitrag spielt ganz offensichtlich auf die überstandene Alkoholabhängigkeit von Schulz und die Niederlage bei der Bundestagswahl an. Es gab keinen Kommentar von Sasse dazu auf seiner Seite, der Beitrag wurde aber nicht einfach nur geteilt, sondern gepostet.

Was konkret zu der Veröffentlichung auf der Seite des Wildeshauser Christdemokraten geführt hat, lässt sich mit Sicherheit nicht sagen. Sasse reagierte mit der Mitteilung an unsere Zeitung: „Ein möglicherweise von mir oder über meine Seite geposteter Beitrag veranlasst mich, mich von dem Inhalt deutlich zu distanzieren, und ich erkläre, dass, wenn es so sein sollte, ich mich entschuldige. Ich habe den angeführten Beitrag nicht kommentiert oder bewusst gepostet.“

Seit Freitag, so Sasse, habe er technische Probleme mit dem Internet gehabt. Eine Fachfirma sei am Dienstag im Einsatz gewesen. Sein Festnetztelefon laufe noch nicht wieder.

Nach Sasses Angaben sei er bereits am Dienstagabend auf den Post auf seiner Seite hingewiesen worden. Das Bild habe er schon länger gekannt, weil es im Wahlkampf kursiert sei. „Lustig finde ich es aber nicht“, so seine Auskunft. Er habe sich gleich mit Facebook in Verbindung gesetzt, seine Passwörter seien geändert und die Seite gesperrt. Der Kommunalpolitiker erinnerte daran, dass er schon vor Jahren einmal Probleme damit gehabt habe, dass seine Seite „gehackt“ worden sei. Das wolle er für den aktuellen Vorfall nicht behaupten, aber auch nicht ausschließen.

SPD-Kreistagsabgeordnete: Rat muss über Abwahl nachdenken

Die Reaktionen kamen innerhalb von Minuten und Stunden im Netz und waren an Deutlichkeit nicht zu überbieten. Fraktionskollege Jens-Peter Hennken bat: „Das ist geschmacklos. Ich bitte Dich, diesen Beitrag zu löschen.“

Der ehemalige Landrat Frank Eger schrieb später: „Unterste Kante! Wenn jemand auf seinem persönlichen Tiefpunkt ist, dann tritt man nicht noch nach!“ Hannelore Hunter-Rossmann (SPD-Kreistagsabgeordnete) schrieb: „Sie sollten sich öffentlich entschuldigen für diese Entgleisung. Ansonsten sind Sie als Bürgermeister nicht mehr tragbar.“ Der Rat, so regte sie an, müsse sich überlegen, ob eine Abwahl in Gang gesetzt werden sollte.

Eine Reaktion von Sasse auf seiner Seite unterblieb. Auf einer anderen Wildeshauser Facebook-Seite teilte er lediglich mit, dass der Vorgang geprüft werde. Seine persönliche Seite wurde am Mittwoch gegen 9 Uhr gesperrt, vorher war sie noch – ohne den Post über Martin Schulz – einsehbar.

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