Bekämpfung ist mit hohem Aufwand verbunden

Gefahr für Tiere und Menschen : Experte klärt über giftiges Kraut auf

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Beim Rausrupfen des Jakobskreuzkrauts wird empfohlen, Handschuhe zu tragen. Charakteristisch für die Pflanze sind 13 zungenförmige Blütenblätter.

Wildeshausen - Auf Antrag der CDU-Kreistagsfraktion informierte Agraringenieur Klaus Sandbrink von der niedersächsischen Landwirtschaftskammer am Dienstagabend den Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss im Kreishaus in Wildeshausen über das Jakobskreuzkraut. Die heimische Pflanze ist giftig und vor allem dann gefährlich, wenn sie in der Gras-Silage landet. Denn auf der Koppel meiden Kühe und Pferde das Kraut instinktiv.

„Wenn ein Prozent der Silage aus Jakobskreuzkraut besteht und verfüttert wird, sterben Kühe nach zwei bis drei Monaten“, führte Sandbrink dem Ausschuss die Gefahr vor Augen. Rinder- und Pferdehalter seien in der Regel aber gut über das Problem informiert. Allerdings hätten sich Rückstände in Honig und Kräutertees gefunden. Der Referent informierte über Warnungen, denen zufolge nicht mehr als eine Tasse Kräutertee pro Tag getrunken werden sollte.

Der Ausschuss reagierte alarmiert. Die Politik wollte wissen, wie die Pflanze bekämpft werden kann. Sandbrink konnte allerdings keinen Königsweg benennen. Beim Rausrupfen müsse stets die Wurzel mit erfasst werden, was sehr schwierig sei. Ein übrig gebliebenes Gewächs enthalte genug Samen für die ganze Koppel. Beim Spritzen mit Chemikalien würden auch andere Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen – besonders Gemüse wie Kartoffeln und Rüben. Und das Mähen mache nur zwischen dem 20. Juni und dem 1. Juli Sinn, „wenn das Kraut in die Blühphase übergeht. Davor und danach bringt nichts“, so der Agraringenieur Köster.

„Tiere können instinktiv damit umgehen“

Einige Ausschussmitglieder erwogen schon die Brandrodung betroffener Flächen, als Eva-Maria Langfermann, Leiterin des Amts für Naturschutz und Landschaftspflege, auf die „Panikbremse“ drückte: „Ich habe nicht den Eindruck, dass wir auf unseren Flächen ein großes Problem mit dem Jakobskreuzkraut haben.“ Auch Carola Becker, hinzugewähltes Ausschussmitglied der Naturschutzverbände im Landkreis, riet zur Besonnenheit. „Tiere können instinktiv damit umgehen.“

Für Michael Feiner (FDP/Großenkneten) war das aber noch kein Grund, die Hände in den Schoss zu legen. „Das Kraut wird sich weiter verbreiten, wir müssen es beobachten und da, wo es massiv auftritt, bekämpfen“, so der Förster. Ein Beschluss wurde nicht gefasst, da es der CDU vor allem um die Information der Bevölkerung gegangen war, wie Günther Westermann (Ganderkesee) ausführte. 

bor

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