Ermittlungen zu weiterem Opfer von Niels H.

Exhumierung auf dem Wildeshauser Friedhof

Auf dem Wildeshauser Friedhof wurde ein Erdgrab geöffnet und die sterblichen Reste entnommen. - Foto: dr

Wildeshausen - Hat der wegen mehrfachen Mordes verurteilte Krankenpfleger Niels H. auch Menschen mit einem Herzmittel getötet, die auf dem Wildeshauser Friedhof begraben liegen?

Nach Exhumierungen von Leichen auf mehreren Friedhöfen in der Region (Ganderkesee und Stuhr) wurde am Mittwochmorgen auch in der Wittekindstadt ein Grab geöffnet und die sterblichen Überreste eines Menschen entnommen. Während vor Ort keine Auskünfte gemacht wurden, teilte die Pressestelle der Polizeidirektion in Oldenburg auf Nachfrage mit, dass die Exhumierung in Zusammenhang mit den Ermittlungen zu Niels H. steht. Weitere Informationen wollte man dort aber nicht geben.

Fachleute waren bereits am frühen Morgen in Wildeshausen angerückt und hatten ein normales Reihengrab geöffnet, in dem ein Sarg lag. Zurück blieben gegen 9 Uhr nur noch Reste des Holzbehälters in etwa zwei Meter Tiefe. Polizeibeamte kontrollierten den Bereich. Die Polizei geht bei den Ermittlungen mehr als 200 Verdachtsfällen nach. Staatsanwaltschaft und Polizei untersuchen in der Sonderkommission „Kardio“ sämtliche Todesfälle an der Delmenhorster Klinik, die sich während der Dienstzeit von Niels H. dort ereigneten. Der Mann hatte zugegeben, Patienten das Medikament Gilurytmal (Wirkstoff Ajmalin) in die Vene gespritzt zu haben – ein Herzmittel, das überdosiert zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen und Blutdruckabfall führen kann. So verschlechterte sich der gerade stabilisierte Zustand von Schwerkranken rapide. Niels H. soll dann versucht haben, die in Lebensgefahr Schwebenden zu reanimieren.

Das Landgericht Oldenburg hatte den Mann im Februar vergangenen Jahres unter anderem wegen Mordes und Mordversuchs an Patienten im Klinikum Delmenhorst in fünf Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Prozess hatte er gestanden, von 2003 bis 2005 etwa 30 Personen getötet zu haben. Insgesamt wurden mittlerweile mehr als 63 ehemalige Patienten des Klinikums Delmenhort exhumiert. Die weiteren Ermittlungen dürften noch mehrere Monate dauern. Danach ist ein neuer Prozess möglich. - dr

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