Angespannte Situation im Landkreis Oldenburg und im Oldenburger Münsterland

Ex-Werkvertragsarbeiter suchen Wohnraum

Nicht mehr Werkvertragsarbeiter: Geflügelschlachter sind nun Angestellte der Unternehmen, Wohnungen finden sie deshalb aber auch nicht leichter.
+
Nicht mehr Werkvertragsarbeiter: Geflügelschlachter sind nun Angestellte der Unternehmen, Wohnungen finden sie deshalb aber auch nicht leichter.

Landkreis – „Etwas Licht, aber auch noch viel Schatten.“ So lässt sich die Zwischenbilanz der niedersächsischen Grünen etwa zwei Monate nach Verbot von Werkverträgen in der Schlachtindustrie zusammenfassen. Bei einer Videokonferenz der Grünen-Kreisverbände aus dem westlichen Weser-Ems mit Vertretern der Beratungsstellen für mobile Beschäftigte und der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) ging es neben den ersten Erfahrungen mit dem Übergang in reguläre Beschäftigungsverhältnisse vor allem um die nach wie vor angespannte Wohnsituation.

„Die Wohnungen, um die Arbeiter vernünftig und zu bezahlbaren Preisen unterzubringen, sind schlicht nicht da. Der Wohnungsmarkt ist im Oldenburger Münsterland und im Landkreis Oldenburg in diesem Segment mindestens so angespannt wie in manchen Großstädten“, berichtete Matthias Brümmer, Geschäftsführer der NGG im Raum Oldenburg/Ostfriesland. Für den Bau dieser Wohnungen, ist seiner Ansicht nach eine Landeswohnungsbaugesellschaft erforderlich, da es hierfür nur schwerlich private Anbieter geben dürfte.

Brümmer: Verlust des Arbeitsplatzes darf nicht Verlust der Wohnung bedeuten

Eine weitere Möglichkeit, den notwendigen Wohnraum zu schaffen sieht Brümmer im Bau von Werkswohnungen durch die Fleischunternehmen. „Das muss dann aber gesetzlich so geregelt sein, dass der Verlust des Arbeitsplatzes nicht auch den Verlust der Wohnung bedeutet, damit die Arbeiter nicht in noch größere Abhängigkeiten kommen“, fordert Brümmer. Wie berichtet, sucht die Firma Geestland in Wildeshausen nach Flächen, um Wohnungen bauen zu können. Bislang vergeblich.

Der Lohn ist offenbar nicht gestiegen

Nach Einschätzung von Daniela Reim und Nadezhda Manova von der Oldenburger Beratungsstelle für mobile Beschäftigte hat sich die Entlohnung der überwiegend aus Bulgarien und Rumänien stammenden Arbeiter in der Fleischindustrie kaum geändert. „Es wurde vorher nur der gesetzliche Mindestlohn gezahlt, nach unseren Beobachtungen ist dies auch heute überwiegend weiterhin so“, berichtete Reim. Außerdem sei zu beobachten, dass häufiger frühere Inhaber der Subunternehmen weiterhin Vorgesetzte seien, mittlerweile jedoch als Angestellte der Schlachtbetriebe.

Für den Grünen-Landesvorsitzenden Hans-Joachim Janßen steht fest, dass die Abschaffung der Werkverträge in der Schlachtindustrie nur ein erster Schritt sein kann. „Weitgehend unter dem Radar der Öffentlichkeit sind Werkverträge längst in vielen anderen Branchen verbreitet. Überall wo Arbeitsaufträge nicht weitestgehend selbstständig ausgeführt werden, gehören Werkverträge abgeschafft“, so Janßen. Es müsse dringend mehr für die Integration der Arbeiter in der Schlachtindustrie aus osteuropäischen EU-Ländern getan werden. „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, wir brauchen Sprachkurse und wir müssen die Menschen gut beraten, damit sie endlich aus den Abhängigkeiten herauskommen. Dann werden sie zukünftig auch nicht mehr aus Angst, ihren Job zu verlieren, alles schlucken,“ ist Janßen überzeugt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Tränen und Kanonendonner: Abschied von Prinz Philip

Tränen und Kanonendonner: Abschied von Prinz Philip

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Bayern verlieren Final-Wiedersehen gegen Paris Saint-Germain

Bayern verlieren Final-Wiedersehen gegen Paris Saint-Germain

BVB verpasst Coup in Manchester: 1:2 nach achtbarem Kampf

BVB verpasst Coup in Manchester: 1:2 nach achtbarem Kampf

Meistgelesene Artikel

Hochinzidenzkommune : Das sind die Corona-Regeln im Landkreis Oldenburg

Hochinzidenzkommune : Das sind die Corona-Regeln im Landkreis Oldenburg

Hochinzidenzkommune : Das sind die Corona-Regeln im Landkreis Oldenburg
Inzidenz im Landkreis Oldenburg bei 116,6

Inzidenz im Landkreis Oldenburg bei 116,6

Inzidenz im Landkreis Oldenburg bei 116,6
Inzidenz im Landkreis Oldenburg schwankt stark

Inzidenz im Landkreis Oldenburg schwankt stark

Inzidenz im Landkreis Oldenburg schwankt stark
Familie Grashorn betreibt die Pferdepension „Rocky Mountain Ranch“

Familie Grashorn betreibt die Pferdepension „Rocky Mountain Ranch“

Familie Grashorn betreibt die Pferdepension „Rocky Mountain Ranch“

Kommentare