Sandwege gepflastert

Stadt investiert rund 100.000 Euro in Friedhof - neues Urnenwäldchen

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Friedhofchefs Heiko Wittrock, Marleen Meinel von der Stadtverwaltung und Kämmerer Thomas Eilers (von links) hinter der Wasserschale, die für eine besinnliche Atmosphäre sorgt.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Für rund 100.000 Euro hat die Stadt Wildeshausen ihren Friedhof aufgehübscht. Ganz neu ist das Urnenwäldchen, das mit parkähnlicher Atmosphäre und naturnaher Bestattung punktet. Damit folgt die Stadt dem Trend zur Urne, die mittlerweile schon gleichauf mit klassischen Erdbestattung liegt.

Leise gluckert das Wasser aus einer Schale und versickert in einem Gully, dahinter lädt eine massive Bank aus hellem Holz zum Sitzen ein. Wenn nicht ein dezentes, aber beständiges Rauschen vom Gelände der Geflügelschlachterei Kreienkamp zu hören wäre, könnte man meinen, man säße mitten in der Natur. Dabei befindet sich die Bank im neuen Urnenwäldchen des Friedhofs.

Angehörige können sich einen Baum aussuchen, in deren Nähe die Urne beerdigt wird. Eine schwere Plakette mit Namen, Geburts- und Todesjahr sowie der Nummer des Baums wird auf einem Findling angebracht – inmitten des Wäldchens, das aus unzusammenhängend gepflanzten Bäumen besteht. Über das mit Gras bewachsene Gelände am Lehmkuhlenweg verteilt liegen mehrere gepflasterte Rondelle, die mit Bänken bestückt zum Ausruhen, Entspannen, aber auch zum Trauern geeignet sind. 

Eine Urnenbestattung kostet 2450 Euro. In diesem Zusammenhang weist Kämmerer Thomas Eilers darauf hin, dass es sich um einen städtischen Friedhof handelt, der keinerlei Gewinne erzielt. Er spricht von einer „kostendeckenden Kalkulation“.

Immer mehr Menschen lassen sich in Urnen bestatten

Dazu gehört auch, die Zukunft im Blick zu haben. Und der Trend zur Urne ist da. „Wir haben nicht mehr 1960“, sagt Friedhofchef Heiko Wittrock. Die Familienverhältnisse hätten sich geändert. „Inzwischen lebt die Tochter in Hamburg und der Sohn in München.“ Deswegen gestalte sich die Grabpflege anders als früher. Urnen seien eine gute Alternative. 

Das Wäldchen erweitert die Möglichkeiten des Friedhofs, der auf dem alten Teil an der Visbeker Straße noch über einen Urnengarten verfügt. „Heute ist das Wäldchen noch eine Nische, aber es wird das Hauptangebot von morgen sein“, ist sich Kämmerer Eilers sicher.

Im Rahmen der Erneuerung des Friedhofs wurden auch einige der Sandwege gepflastert. Im Herbst soll die Asphaltstrecke von der Kapelle aus aufgerissen und ebenfalls mit Pflastersteinen versehen werden. Damit ist die insgesamt 54.000 Quadratmeter große Anlage besser zugänglich für ältere oder behinderte Menschen, die einen Rollator oder einen Rollstuhl brauchen.

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